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Boltenhagens Fischer stehen hinter der Schonzeit

Boltenhagen Boltenhagens Fischer stehen hinter der Schonzeit

Ab Montag gilt für sechs Wochen in der Ostsee ein Fangstopp für Dorsch / Forderung: Auch Angler sollten ihn einhalten / Ausnahmen gibt es für kleine Kutter.

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Die kleinen Kutter der Berufsfischer in Boltenhagen sind von der verlegten Schonzeit für Dorsche nicht betroffen. Größere Schiffe dürfen ab Montag sechs Wochen nicht auf Dorschfang.

Quelle: Malte Behnk

Boltenhagen. Der Dorsch ist einer der wichtigsten Fische in der Ostsee. Für die Fischer ist er eine wichtige Einnahmequelle, aus Sicht der Biologen muss sich der Bestand in der Ostsee aber dringend erholen. Daher gilt für den westlichen Bereich bereits ab Montag eine von der EU verhängte Schonzeit für den Dorsch. Bis Ende März darf er nicht mehr gefangen werden. Allerdings sind Boltenhagens vier verbliebene Berufsfischer davon kaum betroffen. Ihre Kutter sind größtenteils so klein, dass für sie Ausnahmen innerhalb der Schonzeit gelten. Dennoch beschäftigen sich Kai Dunkelmann und Heiko Gores mit dem Thema.

„Eigentlich stört mich die veränderte Schonzeit nicht“, sagt Heiko Gores. „Im Moment ist es recht kalt und der Dorsch sitzt so tief, dass ich gar nicht an ihn rankomme.“ Gerade ein Exemplar hatte er gestern im Netz. Der Küstenfischer wundert sich aber darüber, dass die Schonzeit nicht auch von Anglern einzuhalten ist. „Sie fahren mit Booten raus und ziehen zum Teil die richtig großen Laichdorsche raus“, sagt er und spricht von Fischen, die große Mengen Eier tragen. Boote kämen zum Teil mit 200 Fischen wieder in den Hafen und mancher Angler habe schon versucht, seinen Fang an die Fischer zu verkaufen. Darauf lassen die sich aber nicht ein.

Ähnliches berichtet auch Kai Dunkelmann. Er findet die verlegte Schonzeit für den Dorsch in der westlichen Ostsee vernünftig. „Ich finde es nicht schlecht. Mein Vorschlag wäre sogar, die Laichgebiete komplett für die Fischerei zu sperren. Das ist wie eine Säuglingsstation oder ein Kindergarten. Da hat man nicht zu fischen“, ist seine Ansicht. Wie Heiko Gores, sieht auch Kai Dunkelmann in den Anglern ein unkontrolliertes Problem für den Dorschbestand. „Für sie gibt es keine Fangquote und Angler sollten sich ebenso an die Schonzeiten halten müssen wie wir Berufsfischer“, sagt Dunkelmann.

Da sein Kutter, wie auch der von Heiko Gores, kürzer als acht Meter ist, wird Kai Dunkelmann auch weiterhin zum Fischen rausfahren dürfen. Fünf Fangtage pro Woche sind ihnen aufgrund der kleinen Kutter erlaubt.

Hintergrund der veränderten Schonzeit für den Dorsch sind Untersuchungen unter anderem vom Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock. Dort hatte man vor allem für den östlichen Bereich der Ostsee eine starke Überfischung der Bestände festgestellt. Bis 2011 gab es eine positive Entwicklung, inzwischen nehme der Dorschbestand aber wieder ab. In der westlichen Ostsee sei die Anzahl der Dorsche laut Thünen-Institut relativ stabil. Der Internationale Rat zur Erforschung der Meere (ICES) hingegen hatte 2015 vor einer „unsicheren Situation beider Dorschbestände“ gewarnt. Eine Reduzierung der Fangquote um 53 Prozent konnte nicht durchgesetzt werden.

Fangquoten

Um 20 Prozent wurde die Dorsch- Fangquote in diesem Jahr von der EU-Kommission gesenkt. 2015 durften in der westlichen Ostsee insgesamt 15900 Tonnen Dorsch (minus sieben Prozent gegenüber 2014) und in der östlichen Ostsee 51 429 Tonnen (minus 22 Prozent) von den Fischern der Anrainerstaaten gefangen werden. 2015 lag die Fangquote für die deutschen Ostseefischer bei 3393 Tonnen Dorsch (westliche Ostsee) und 4700 Tonnen (östliche Ostsee). Probleme bereiten der Dorschfischerei die geringen Erzeugerpreise. Schuld daran ist ein Überangebot auf dem Weltmarkt, das auf den Preis drückt.

Malte Behnk

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