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Wirtschaft im Norden Boni-Zwist: VW-Aufseher wollen Diät für Vorstände
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21:18 11.04.2016
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Wolfsburg

Das Gehalt der Top-Manager von VW besteht zum Großteil aus üppigen Bonuszahlungen. Wegen der Abgas-Krise geraten die nun in Gefahr. Volkswagen sah sich vor vier Jahren schon einmal veranlasst, das System seiner Vorstandsboni umzustellen. Damals war der Autobauer in Erfolgssphären gewachsen, in denen die millionenschweren Prämien laut Kritikern ausuferten. Daher deckelte der Aufsichtsrat sie. Aktuell sind es Krisenzeiten, die neuen Stoff für eine Verzichtsdebatte geben: Der Abgas-Skandal würgt den Erfolg ab, alle sollen sparen — und daher tobt erneut der Streit um einen symbolträchtigen Boni-Verzicht im VW-Vorstand.

Gestern beriet die Spitze des Aufsichtsrats über die Frage. Eine der Argumentationslinien ist bekannt: Jörg Hofmann, Vize-Chef des Präsidiums und Chef der IG Metall, sagt: Zwar brächten allein die Folgen des milliardenteuren Abgas-Debakels schon eine „signifikante Reduzierung“ der Boni. Aber man müsse die Angemessenheit diskutieren. Neben dem, was vertraglich zugesichert ist, gehe es also auch um ein Gespür für die Außenwirkung. Die ist wegen der für VW drohenden Strafen vor allem in den USA ein Politikum. Ohnehin ist kaum ein Thema gesellschaftlich so aufgeladen wie das der Vorstandsboni. Die Urteile schwanken zwischen den Polen „schamlose Raffgier“ und „kleingeistige Neiddebatte“. Ex-VW-Chef Martin Winterkorn verdiente zuletzt pro Jahr inklusive seiner Arbeit beim Großaktionär Porsche-Holding fast 17 Millionen Euro. Pro Tag sind das 46 000 Euro, rechnerisch brauchte er keine zwei Stunden für den Monatsverdienst eines VW-Bandarbeiters.

Und nun sollen diese Millionen-Prämien schrumpfen. „Boni wie bisher wären ein falsches Signal. Jeder muss Abstriche machen“, findet Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach.

LN

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