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Breites Bündnis hilft Bauern in Not

Kiel Breites Bündnis hilft Bauern in Not

Landwirte sollen effizienter unterstützt werden.

Kiel. Erst Preisverfall und Schulden, dann seelischer Druck wegen Existenznot, Zukunftsängste und die Vernachlässigung von Tieren – die wirtschaftlichen Belastungen setzen viele Bauern unter psychischen Druck. Hilfsangebote gibt es, aber für viele Betroffene ist die Hemmschwelle hoch, sie anzunehmen. Ein breites Bündnis will in Schleswig-Holstein die Angebote jetzt besser miteinander verknüpfen und bekannter machen.

 

LN-Bild

Edgar Schallenberger.

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Zu der ungewöhnlichen Initiative, die sich gestern in Kiel vorstellte, fanden sich Partner zusammen, die sonst einander oft zum Teil heftig kritisieren: Beteiligt sind das von den Grünen geführte Agrarministerium, der konservative Bauernverband, der Verband der Milchviehhalter, die Landwirtschaftskammer, die Nordkirche, die Landfrauen, der Tierschutz und die Sozialversicherung der Bauern. Sie alle haben ihre Hilfsangebote erstmals in einem Flyer zusammengefasst.

Von den gut 12000 Landwirten im Norden könnte Experten zufolge jeder zehnte in akute ökonomische Not geraten. Auf mindestens zehn Prozent schätzt der Verband der Milchviehhalter den Anteil seiner Betriebe, die die aktuelle Preiskrise nicht überstehen werden. „Das ist eine Not, die in die Herzen und Seelen der Menschen hineinreicht“, sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). „Viele Bauern haben Seelenschmerzen und wissen nicht ein und aus.“ Besonders die Halter von Milchvieh und Schweinen leiden unter einer anhaltenden Preiskrise, weil auf dem Markt ein großes Überangebot herrscht.

„Ich weiß, dass es brennt“, sagte der Vertrauensmann für Tierschutz in der Nutztierhaltung, Edgar Schallenberger. Vielen Bauern, die nicht mehr könnten, müsse schnell geholfen werden. Schallenberger hat das gerade am Pfingstmontag in einem Fall getan: Auf seinen Rat ging ein verzweifelter Landwirt von sich aus in die Psychiatrie. Schallenberger stellte auch einen direkten Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Not und der Vernachlässigung von Tieren her. „Den Tieren geht es schlecht, weil es oft den Bauern schlecht geht“, sagte er. Die Sozialversicherung für Landwirte zahlt jede sechste Erwerbsminderungsrente infolge psychischer Erkrankungen.

Vielen Bauern gehe es auch deshalb schlecht, weil ihnen mit überbordender Bürokratie Aufgaben über den Kopf wachsen, sagte der schleswig-holsteinische Bauernverbandspräsident Werner Schwarz. Hinzu komme „Bauernbashing“ in der Öffentlichkeit.

LN

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