Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Britische Monarch Airlines insolvent
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Britische Monarch Airlines insolvent
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:34 02.10.2017
Die britische Monarch Airlines hat gestern Morgen überraschend ihren gesamten Flugbetrieb eingestellt. Quelle: Foto: Fuller/dpa
London

Die Monarch Airlines hat gestern wegen Insolvenz ihren kompletten Betrieb eingestellt. Alle Flüge seien gestrichen, teilte die britische Luftverkehrsbehörde CAA (Civil Aviation Authority) mit.

Starke Konkurrenz in Europa und Kostendruck hatten – wie zuvor schon Air Berlin und Alitalia – der fünftgrößten britischen Fluggesellschaft zu schaffen gemacht. In einem Schreiben an seine Angestellten machte Monarch-Chef Andrew Swaffield auch Terrorattacken in Tunesien und Ägypten sowie die Entwicklung in der Türkei für die Insolvenz seines Unternehmens, das vor 50 Jahren gegründet worden war, verantwortlich.

Die CAA sprach vom größten Scheitern einer britischen Airline. Betroffen sind unter anderem Urlauber in Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Spanien und der Türkei. Sie sollen binnen 14 Tagen mit über 30 Flugzeugen abgeholt werden. „Wir werden sie sicher und schnell nach Hause bringen“, sagte ein Regierungssprecher.

Außerdem mussten weitere 300 000 Buchungen von 750 000 Kunden storniert werden, teilte die CAA-Behörde mit. Darin enthalten sind Gruppenbuchungen etwa von Familien. Monarch Airlines fliegt nach eigenen Angaben insgesamt 40 Ziele an, darunter den Bodensee-Airport in Friedrichshafen.

Passagiere seien dort derzeit aber nicht betroffen, sagte Bettina Natterer vom Marketing des Flughafens. „Die Monarch war im Winterflugplan (29. Oktober bis 24. März) einmal pro Woche von London nach Friedrichshafen geplant – vor allem für britische Skitouristen.“ Die Strecke werde weiterhin von British Airways und Easyjet bedient.

Monarch Airlines (Luton) gehört der Firma Greybull Capital und hat in den Bereichen Flüge und Reisen etwa 2100 Mitarbeiter. Bis vor drei Jahren gehörte sie einer Milliardärsfamilie aus dem Tessin (Schweiz). Der Airline misslang der Nachweis, finanziell ausreichend abgesichert zu sein. Dies war jedoch Voraussetzung für eine Verlängerung der Erlaubnis zum Verkauf von Pauschalangeboten mit Flügen. Die Fluggesellschaft soll bereits Verkaufsgespräche unter anderem mit Norwegian geführt haben.

„Das Scheitern der dritten Airline in diesem Jahr in Europa – nach Alitalia und Air Berlin – ist ein Symptom von Überkapazität und viel zu aggressiver Preispolitik“, sagte der Analyst Neil Wilson vom Handelshaus ETX Capital.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Postbank-Beschäftigte verdienen zu wenig und haben außerdem auch keinen ausreichenden Kündigungsschutz, findet Verdi. Weil die Tarifverhandlungen ins Stocken geraten waren, verleiht die Gewerkschaft ihren Forderungen nun mit Warnstreiks Nachdruck.

02.10.2017

Die Ankündigung der Sparkasse zu Lübeck, ihre Girokonten umzustellen und die Gebühren zu erhöhen, hat unter Kunden Proteste ausgelöst. Viele verärgerte Leser meldeten sich bei den Lübecker Nachrichten, auch auf der Facebook-Seite der Sparkasse äußerten Betroffene ihre Empörung.

11.10.2017

Rund 100 000 Kunden der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin bekommen für ihre gestrichenen Flüge erst einmal kein Geld zurück.

30.09.2017