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Wirtschaft im Norden Buhlen um Schwartauer Werke
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10:08 08.04.2016
Quelle: Olaf Malzahn

Es wäre ein Riesen-Erfolg für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern und ein herber Schlag für Schleswig-Holstein: Schönberg will neuer Firmensitz der Schwartauer Werke werden (die LN berichteten). Der Konfitüren-Hersteller will expandieren und dafür seinem Stammsitz Bad Schwartau den Rücken kehren.

„In Schönberg sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr gut.“Harry Glawe (CDU),

Schweriner Wirtschaftsminister

Mit vereinten Kräften wollen Schönberg und das Wirtschaftsministerium in Schwerin den Marmeladenmachern einen Umzug nach Mecklenburg-Vorpommern versüßen. Bereits seit mehreren Monaten führt Staatssekretär Stefan Rudolph Gespräche mit dem Unternehmen und der Stadt.

Auch Lübeck will Bad Schwartau unbedingt als Firmensitz beerben. Das Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL) entwickelt links und rechts der Kronsforder Landstraße ein neues, 40 Hektar großes Gewerbegebiet. 15 Hektar könnten den Schwartauer Werken angeboten werden. Allerdings fehlt dort bislang eine Anbindung an die A 20. Schönberg hätte einen Autobahnzubringer zu bieten.

Nicht nur deshalb räumt MecklenburgVorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der Stadt gute Chancen ein. „In Schönberg sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr gut. Hervorragende infrastrukturelle Voraussetzungen sowie die vorhandenen Flächen sprechen für sich.“

Er stellt Schwartau zudem Fördergelder in Aussicht: Das Land könne das Unternehmen nicht nur beim Bau, sondern auch im Bereich Forschung und Produktentwicklung finanziell unterstützen. Mit Großansiedlungen wie Dr. Oetker, Nestlé, Trolli und Pfanni habe sich das Land in puncto Ernährungswirtschaft einen hervorragenden Ruf erarbeitet, betont Glawe. Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD) sagt: „Für uns wäre es sehr schön, wenn Schwartau kommt.“

Führende Politiker aus Lübeck raten dem KWL unterdessen, im Kampf um die Schwartauer Werke weitere Flächen ins Rennen zu werfen. „Die Nähe zu Bad Schwartau ist ein Muss, aber die Erweiterung kann auf Lübecker Boden stattfinden“, sagt Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (SPD). Darüber würde sich die Hansestadt außerordentlich freuen. Schopenhauer empfiehlt allerdings, Flächen in unmittelbarer Nähe des jetzigen Standorts des Marmeladenherstellers anzubieten. „Ich weiß nicht, ob eine Fläche südlich der A 20 attraktiv ist“, erklärt die Stadtpräsidentin.

Jörg Hundertmark, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD, sieht eine „Win-Win-Situation für alle Beteiligten“. Die Hansestadt habe auch in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Werk geeignete Grundstücke anzubieten, ist Hundertmark sicher: „Es gibt kurzfristig erschließbare Vorratsflächen.“

Es wäre schön, ein großes Unternehmen nach Lübeck zu holen, sagt Thorsten Fürter, der für die Grünen im Wirtschaftsausschuss der Bürgerschaft sitzt. Fürter rät aber davon ab, dass Standorte sich in eine Konkurrenz um niedrige Gewerbesteuern und Rabatte bei den Gewerbeflächen begeben. Fürter: „Entscheidend ist, dass die Arbeitsplätze in der Region bleiben.“

Von Antje Bernstein und Kai Dordowsky

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