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Chance für deutsche Firmen in Russland

Lübeck Chance für deutsche Firmen in Russland

Trotz Sanktionen und Handelsembargo: Konferenz zu Agrarwirtschaft in St. Petersburg Anfang März.

Lübeck. Der Handel mit Russland ist stark eingeschränkt. Viele deutsche Firmen und Landwirte wünschen sich die Zeiten vor den EU-Sanktionen und dem russischen Einfuhrstopp zurück. In St. Petersburg kommt es am 10. März zu einem Treffen, das Handel und Kontakte wieder beleben soll. Zur Konferenz hat der Vizegouverneur der Region, Sergej Yachnuk, 80 russische landwirtschaftliche Betriebe, Vertreter von großen Handelsketten wie Metro und Billa (Rewe) sowie mittelständische Firmen aus Deutschland eingeladen.

„Die Regierung in Moskau arbeitet mit Hochdruck daran, Nahrungsmittel verstärkt selbst im Land zu produzieren, weil die Importe wegfallen“, sagt Lutz Jürgensen, ein Unternehmensberater, der seit 26 Jahren Kontakte zwischen russischen und deutschen Firmen vermittelt und das Treffen mit organisiert. „Dazu suchen die Russen strategische Partner in Deutschland, sie sind daran interessiert, direkte Beziehungen zu deutschen Firmen aufzubauen“, so Jürgensen, der ein Büro in St. Petersburg hat. Gesucht würden unter anderem Firmen für Verpackungsanlagen und -material, für Futtermittelversorgung, Stallbau, Qualitätskontrollen, Fisch- und Gemüsezucht.

„Schnittstellen für Kooperationen mit deutschen Firmen gibt es auf vielen Ebenen“, sagt Gabriele Kötschau, die seit 2011 für die Handelskammer Hamburg in St. Petersburg arbeitet und früher SPD-Abgeordnete und Vizepräsidentin des Kieler Landtages war. „Russland hat sich lange auf seine Rohstoffexporte verlassen, jetzt wollen sie die Entwicklung nachholen“, sagt die Osteuropa-Expertin.

Deshalb gebe es eine Reihe von Chancen für Mittelständler. Deutschen Firmen rät sie, Chancen auszuloten und vor Ort für den riesigen russischen Markt zu produzieren.

„Wir sollten die Wirtschaftsbeziehungen aufrechterhalten, das Schlimmste, was uns passieren könnte, wäre eine Isolation Russlands“, sagt Prof. Federico Foders, der früher beim Kieler Institut für Weltwirtschaft gearbeitet hat und jetzt den Bundesverband für Aquakultur führt. „Hier bietet sich die Chance für deutsche Firmen, in Russland eine Produktion aufzubauen oder auch beratend zur Seite zu stehen“, sagt Foders. Er spreche zurzeit eine Reihe von Unternehmen in Schleswig-Holstein an, um eine Delegation zusammenzustellen, unter anderem Käseproduzenten und Mitglieder von „Feinheimisch“, des Vereins zur Förderung regionaler Lebensmittel.

Auch Schwerins Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) unterstützt diese Initiative. „Mecklenburg-Vorpommern hat den Draht nach Russland und insbesondere in die Partnerregion in den vergangenen Jahren stets aufrecht erhalten. Daher begrüße ich den Austausch zwischen deutschen und russischen Unternehmen wie auch den Russlandtag, der Ende Mai in Rostock stattfinden wird“, sagte Backhaus den LN.

Besonders der Käseexport nach Russland sei durch den Einfuhrstopp betroffen, erklärt Stephan Gersteuer, Generalsekretär des Bauernverbandes Schleswig-Holstein. „Je länger das Embargo dauert, desto schwieriger wird es, später wieder dort Fuß zu fassen“, sagt er. Getreideexporte nach Russland seien aber auch während der Sanktionen möglich, so Gersteuer. „So simpel es sich anhört: Russland und Europa brauchen einander“, sagt Minister Backhaus.

Christian Risch

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