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Chef im Fettnäpfchen: Streit bei VW

Hannover/Berlin Chef im Fettnäpfchen: Streit bei VW

Matthias Müller zeigt wenig Verständnis für Unzufriedenheit der Kunden – Kritik an Bonuszahlungen.

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Steht bei Verbraucherschützern in der Kritik: VW-Konzernchef Matthias Müller. FOTO: RONNY HARTMANN/AFP

Hannover/Berlin. . Der radikale Umbau bei VW mit drastischen Jobkürzungen und der Konzentration auf neue Geschäftsfelder lässt den Konzern und seine Zulieferer nicht zur Ruhe kommen. Nach der Vorlage des Zukunftspakts am Freitag, der die Streichung von weltweit bis zu 30 000 Stellen vorsieht, entbrannte zum Wochenbeginn eine neue Debatte um Management-Boni und den Umgang mit den vom DieselSkandal betroffenen Kunden. Volkswagen-Lieferanten kommen nach Angaben von Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufseher Olaf Lies (SPD) demnächst zudem zu einem „Gipfeltreffen“ zusammen.

 

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„Ein deutlicheres Signal wäre es, auch die Boni der letzten Jahre an den Konzern zurückzugeben.Karl-Josef Laumann (CDU)

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In Zeiten, in denen Beschäftigte auch die Folgen des Abgas-Skandals mittragen müssen, solle das Management kürzer treten, forderte der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Karl-Josef Laumann, in der „Bild“-Zeitung: „Ein deutlicheres Signal wäre es, auch die Boni der letzten Jahre an den Konzern zurückzugeben.“ Das Top-Management bei Volkswagen solle so für das jüngste „Versagen“

geradestehen. Aktionärsvertreter sehen das ähnlich. „Die Vorstände können nicht für Erfolge bezahlt werden, die auf Software-Manipulationen und Betrug beruhen“, meinte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz im „Tagesspiegel“. Das VW-Management hatte sich im Frühjahr bereiterklärt, Teile der variablen Vergütung zurückzustellen und von der weiteren Aktienkurs-Entwicklung abhängig zu machen.

Für Wirbel sorgten zudem Äußerungen von VW-Konzernchef Matthias Müller. Er hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ein mangelndes Kundeninteresse für den schleppenden Absatz von E-Autos verantwortlich gemacht. Entschädigungswünsche von VW-Fahrern, die von der Dieselkrise in Europa betroffen sind, könne er nur „emotional“ nachvollziehen. In den USA legt Volkswagen Milliarden unter anderem für Ansprüche von VW-Fahrern zurück, ein schwieriger Vergleich wurde erzielt. „Man kann das nicht über einen Kamm scheren“, meint Müller mit Blick auf die Rechtssysteme, „die Ausgangssituation ist völlig unterschiedlich“. Nicht nur Verbraucherschützer kritisieren diese Auffassung. „Ich halte die Äußerung für mehr als ungeschickt“, sagte Lies und betonte:

„Das ist der völlig falsche Weg.“ VW habe das aber nun verstanden. Auch der niedersächsische CDU-Vizefraktionsvorsitzende Dirk Toepffer meinte: „Die Kommunikation des Konzerns ist unterirdisch.“ VW müsse nun endlich wieder in ein ruhigeres Fahrwasser kommen.

Auch Verbraucherschützer schäumen. „Volkswagen schadet mit seinem Kunden-Bashing dem Image der gesamten deutschen Automobilindustrie“, sagt der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller. Für VW-Besitzer, die über Stickoxid- Werte getäuscht wurden, müsse es eine Geste der Entschuldigung geben – „kein Mitleid oder sogar Verhöhnung durch den VW-Vorstand“. Verbraucher in Europa dürften nicht zu „Kunden zweiter Klasse“ gegenüber US-Kunden werden.

Anfang Dezember soll ein Zulieferer-Treffen mehr Klarheit für wichtige Lieferanten von Europas größtem Autobauer geben. „Der Ort steht noch nicht fest“, sagte Lies. Nach einem Auftakt in kleinerem Kreise werde eine Woche später in großer Runde getagt. Dafür werde der 6. Dezember als Datum angepeilt. Bei dem Treffen der Zulieferindustrie soll es um Auswirkungen des Zukunftspakts gehen.

Dieser sieht neben Reformen und Stellenabbau auch eine Neuausrichtung bei den Zukunftsthemen Elektromobilität und Digitalisierung vor. In Niedersachsen beschäftigt Volkswagen rund 110000 Menschen, noch einmal so viele sind es in den Zulieferunternehmen.

Angesichts des Wandels der Mobilität gelte es auszuloten, wie die Zulieferer etwa über neue Komponenten daran teilhaben könnten, erklärte Lies. Er betonte, dass der Gipfel den Anstoß geben könnte für ein bundesweites Treffen dieser Art.

LN

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