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China reißt Börsen weltweit ins Minus

Frankfurt am Main China reißt Börsen weltweit ins Minus

Handelsstopp löst Kursrutsch in Frankfurt, New York und Tokio aus — Experte sieht Anzeichen neuer Finanzkrise.

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Händler an der New Yorker Börse reagierten nervös auf die Nachrichten aus China — wie ihre Kollegen in vielen anderen Ländern.

Quelle: Gombert/dpa

Frankfurt am Main. Die Kurseinbrüche an Chinas Börsen greifen auf die weltweiten Finanzmärkte über. In Frankfurt knickte der Dax ein, in Japan der Nikkei, und auch die Wall Street startete deutlich tiefer. Die Anleger flüchteten in vermeintlich sichere Anlageformen wie Gold. Der bekannte Hedgefonds- Manager George Soros fühlte sich bereits an die Anfänge der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 erinnert. Der deutsche Leitindex Dax fiel schon am Morgen deutlich unter die Marke von 10 000 Punkten und stand zum Handelsschluss mit 2,29 Prozent im Minus bei 9979,85 Punkten. Zwischenzeitlich war er gar um annähernd 4 Prozent gefallen. Selbst die am späten Vormittag veröffentlichten, sehr freundlichen Konjunkturdaten aus der Eurozone konnten die Stimmung nicht nachhaltig heben.

„Ich würde sagen, das wächst sich zu einer Krise aus“, sagte Soros auf einer Veranstaltung in Sri Lanka. „Wenn ich mir die Finanzmärkte anschaue, dann gibt es dort ernste Probleme. Das erinnert mich an die Krise, die wir 2008 hatten.“

Hintergrund der anhaltenden Turbulenzen sind die Sorgen vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft — mit negativen Konsequenzen für deutsche Unternehmen. Auch Chinas Devisenberg schmilzt: Die Notenbank in Peking teilte mit, die Währungsreserven betrugen im Dezember 3,33 Billionen US-Dollar — der niedrigste Stand seit drei Jahren.

„Der Einbruch an den Börsen im Fernen Osten trifft den deutschen Aktienindex zu einem Zeitpunkt, an dem er ohnehin bereits angeschlagen ist“, gab Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin „Index-Radar“ zu bedenken. Zusammen mit dem Kurssturz vom Jahresauftakt hat der Dax über 8 Prozent an Wert verloren. Damit hat das wichtigste deutsche Börsenbarometer nunmehr einen Großteil seines Jahresgewinns 2015 eingebüßt.

Vor diesem Hintergrund waren die als „sichere Häfen“ geltenden Anlageformen gefragt: Der Preis für eine Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kletterte auf 1103 US-Dollar. Seit dem Jahreswechsel ist der Goldpreis damit um etwa 42 Dollar gestiegen. Auch Staatsanleihen von als solide angesehenen Ländern wie Deutschland, Großbritannien oder der Schweiz wurden von den Anlegern angesteuert.

Die Preise für Rohöl fielen mit 32 Dollar auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Auch andere Rohstoffe wie Industriemetalle oder Agrarprodukte gerieten unter Druck - denn China ist einer der größten Abnehmer.

Anton Börner, Präsident des Bundesverbands des deutschen Groß- und Außenhandels, sieht aber keinen Grund zur Panik: Absatzeinbußen in China könnte die deutsche Wirtschaft in den USA oder in Europa ausgleichen, sagte er dem „Tagesspiegel“. Auslöser des erneuten Börsendramas in China war eine Abwertung der Landeswährung Yuan. Der Börsenhandel wurde bereits nach kurzer Zeit wegen zu hoher Verluste zunächst ausgesetzt und dann ganz beendet.

LN

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