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Wirtschaft im Norden Computer begutachten Kfz-Schäden
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20:10 06.01.2018
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München

. Der vollautomatische Kfz-Sachverständige hat keinen Namen – und er arbeitet sehr schnell: Schadenaufnahme und Kostenvoranschlag für die Reparatur binnen 30 Sekunden. Denn der Schaden wird nicht von einem Menschen begutachtet, sondern von künstlicher Intelligenz. Das britische Start-up Tractable hat eine selbstlernende Software entwickelt, die Autoschäden jeder Art analysieren kann. Autofahrer müssen nur noch Fotos der beschädigten Wagen an die Versicherung schicken – den Rest erledigt die Maschine.

„Wir haben die künstliche Intelligenz mit Millionen von Aufnahmen beschädigter Autos trainiert“, sagt Tractable-Verkaufschef Adrien Cohen. Der Autofahrer muss dabei kein Meisterfotograf sein. Die Software funktioniere unabhängig von Aufnahmeperspektive und Lichtverhältnissen.

Tractable ist auf diesem Feld keineswegs allein, Automatisierung ist in der Versicherungsbranche ein großer Trend. Geforscht und entwickelt wird an allen Ecken und Enden, von kleinen Start-ups bis zu Konzernen wie Allianz. So hat der Münchner Branchenriese zwar noch nicht in Deutschland, aber in Österreich eine „Allianz-Schaden-Express-App“ im Einsatz.

Kunden können dabei ihre Fotos per Handy wahlweise zur Dokumentation des Fahrzeugschadens in einem computeranimierten 3-D-Modell eingeben. „In diesem Fall erhält der Kunde innerhalb einer Stunde Rückmeldung zu den nächsten Schritten in der Schadenbearbeitung, zum Beispiel eine Reparaturfreigabe“, sagt Emma Garriga, Abteilungsleiterin für „Advanced Business Analytics“ in der Allianz-Konzernzentrale.

Das Prinzip: „Wo ein Mensch eine Entscheidung aufgrund von Bildern treffen kann, kann das auch die künstliche Intelligenz“, sagt Tractable-Manager Cohen. Bisher sind alleinige Entscheidungen durch Computer unüblich, in der Regel sind noch Sachbearbeiter in den Schadenabteilungen der Versicherer beteiligt. Und die haben eine Menge zu tun: Das Statistische Bundesamt prophezeite Anfang Dezember, dass die Zahl der Verkehrsunfälle 2017 erstmals die Marke von 2,6 Millionen überschreiten werde.

LN

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