Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Coole Hirsche aus Mecklenburg
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Coole Hirsche aus Mecklenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:36 21.01.2017
Wesenberg

Fast wie zu Hause in Lappland fühlen sich Rentiere an der Mecklenburgischen Seenplatte. Bei Schnee und Eis spazieren die an extreme Kälte gewöhnten Hirsche, die in der Tundra beheimatet sind, durch das hügelige Gelände in Strasen bei Wesenberg. Seit 2009 züchten Andreas und Cornelia Hoffmann hier Rentiere.

Andreas Hoffmann mit seinem Rentierbullen. Quelle: Foto: Jens Büttner/dpa

Ihre Kenntnisse eigneten sie sich am Polarkreis an: Seit Jahren hilft Andreas Hoffmann, gelernter Zoo- und Agrotechniker, mehrmals im Jahr im finnischen Kuusamo bei Rentierzüchtern der Samen, des letzten Urvolkes Europas. „Ich bin von der Sami-Familie adoptiert worden“, sagt Hoffmann nicht ohne Stolz.

Die Gehege-Haltung von Rentieren sei schwierig, er habe auch Rückschläge erlitten, sagt der Züchter. „Wir können hier keine Tundra nachbauen.“ In ihrer nordischen Heimat zögen die Herden frei durch die Kältesteppen und würden nur im Herbst beim „Rentier-Scheid“ zusammengetrieben. Die natürliche Nahrung bestehe aus Moosen, Kräutern, Gräsern, Pilzen und Blättern. Hoffmann füttert seine Weidetiere zusätzlich mit Rüben, Mineralien, Pellets und getrockneten Birkenzweigen. Wasser zum Saufen gebe es nur aus der Natur, nie aus der Leitung.

Fünf Kälber werden im Frühjahr in Strasen erwartet, sagt Cornelia Hoffmann. Der Nachwuchs sei das Wertvollste. „Das Gold der Sami“, meint die Züchterin. Kälbchen bedeuten Zukunft, auch für ihre Farm, wissen die Hoffmanns. In den nächsten Jahren soll die Herde auf 30 bis 50 Tiere wachsen. Dann würden Mecklenburger Rentiere auch erstmals zum Schlachter gehen. Frisches Fleisch, das als mager und bekömmlich gilt, und Wurst für den Hofladen könnten produziert werden. Noch holen sie Rohwaren aus Finnland, um kulinarische Spezialitäten anzubieten.

Touristen könnten die Tiere streicheln, im Sami-Zelt, dem „Lavvu“, übernachten, oder an Trekkingtouren und bei Schnee an Schlittenfahrten teilnehmen. Gebannt verfolgt Hoffmann derzeit die Wettervorhersagen. Er hoffe, dass Schnee und Eis bis in die anstehenden Winterferien erhalten bleiben, sagt er. Dann spanne er Rentier „Lars“ vor den Schlitten und kutschiere wie seine Vorbilder in Lappland durch die frostige Gegend.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für „Quiwan“, den sechsjährigen Holsteiner, steht sie gerne auch sonntags um fünf Uhr morgens auf, um auf Turniere zu fahren.

21.01.2017

Meyers Marktplatz: Der Blick auf die Börsenwoche.

21.01.2017

Die Pläne des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) für ein eigenes Prüfzentrum nehmen Gestalt an.

21.01.2017