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Wirtschaft im Norden Craft Beer: Handgemachte Sorten liegen im Trend
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22:44 28.07.2016
Abteilungsleiter Abdelkrim Zerouala kennt jedes der 150 handwerklich gebrauten Biere im Citti-Park.
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Lübeck

Alte Schallplatten hängen an der Decke, Hunderte Bierflaschen reihen sich in schwarzen Regalen aneinander, und dekorativ thronen ein paar leere Obstkisten im Schaufenster. Ein junges Mädchen steht vor dem Regal und nimmt sich eine Flasche mit buntem Etikett heraus. Sie mag es fruchtig, sagt sie und schaut Micha Reese fragend an. „Dann nimm lieber das Lucky Jack, das schmeckt wirklich fruchtig, bei dem anderen kommt der Grapefruit-Geschmack nur subtil durch“, rät der 28-Jährige.

Mit seinem Geschäft „Craft Beer Rockstars“ trifft der Bier-Liebhaber den Nerv der Zeit. Auf wenigen Quadratmetern verkauft er Bier aus aller Welt – alles handwerklich gebraut und seit einigen Jahren immer beliebter bei Biertrinkern. 120 Sorten sind in seinem Geschäft zu finden, 20 Bierstile deckt er ab. „Die Qualität ist eine ganz andere als bei handelsüblichen Bieren“, erzählt er, „die Zutaten sind handgepflückt, eben nur Premiumzutaten.“ Gerade das umstrittene Glyphosat ist im Craft Beer nicht enthalten.

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Micha Reese (28) hat vor rund einer Woche sein Craft-Beer-Geschäft eröffnet.

Micha Reese glaubt: „Wer einmal Craft Beer trinkt, will nie mehr zurück.“ Und es scheint zu stimmen. Denn der Trend aus Amerika schwappt immer mehr nach Deutschland über. In Großstädten gibt es bereits jede Menge Craft Beer Stores, und auch in Lübeck wächst die Nachfrage. „Derzeit führen wir acht Sorten, aber wir wollen auf 30 aufstocken, weil es so gut läuft“, erzählen Julian Alm und Sergey Sukhachev, Betreiber der Neuen Rösterei. Acht Sorten gibt es in dem urigen Café, vier davon werden gezapft. „Besonders beliebt ist das Zwickel, das verkaufen wir mindestens doppelt so oft wie Pils“, erzählt der 30-jährige Julian Alm. Das Zwickel, ein Klassiker unter den handwerklich gebrauten Bieren, schmeckt frisch, würzig und ist besonders süffig. „Craft Beer gibt dem Genuss generell mehr Vielfalt, mehr Kreativität und mehr Individualität“, schwärmt Alm, „man bestellt nicht einfach ein Bier, man fragt erst mal welche es so gibt.“ Dass die Biere etwas teurer als die bekannte Massenware sind, nehmen die Kunden gerne in Kauf. „Es ist ähnlich wie mit einem guten Wein, das Bier genießen die Gäste“, sagt Julian Alm. Das Glas ist deshalb besonders geformt und nach oben hin verengt, damit sich dort das Aroma sammelt. Und auch wenn Dosenbier oft verpönt ist, wird es von Craft-Beer-Experten sogar empfohlen, weil dadurch die Flüssigkeit vor Licht geschützt ist.

Den Kneipen-Trend haben mittlerweile auch die Supermärkte für sich entdeckt. Im Citti-Park finden Kunden seit Anfang des Jahres rund 150 Sorten Craft Beer aus Deutschland, Amerika, Großbritannien, Belgien und Dänemark. „Es ist ein interessanter Markt. Immer mehr Kunden wollen wissen, wo das Bier herkommt und wie es gebraut wurde“, erzählt Marktleiterin Yvonne Genz. Seit einigen Jahren gehören die Biere zum Sortiment, vor einigen Monaten wurde wegen der hohen Nachfrage kräftig ausgebaut. „Wir sind stolz, dass wir auch mit kleineren Brauereien zusammenarbeiten“, sagt Genz.

 Maike Wegner

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