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Wirtschaft im Norden Crash – war da was?
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18:10 21.10.2017

Als der Dax am Donnerstag mal etwas fiel, wurden Erinnerungen an den Börsencrash vom 19. Oktober 1987 wach. Dieser feierte seinen 30. Geburtstag. Alte Hasen erinnern sich noch. Die jungen Hasen glauben, so etwas gibt es nicht mehr. Was war passiert? Kurz flammte der spanische Katalonien-Konflikt auf und ein ganzes (!) Prozent Börsenwert war weg, aber kurz danach auch schnell wieder da. Man sagte, der Dax hätte das alles schnell verdaut. Kurzer Rülpser, und schon ging es weiter nach oben. Der Dax verdaut inzwischen so ziemlich alles wie ein Mastschwein und hat entsprechend Speck angesetzt. Unterdessen sterben die Minuszeichen aus wie hierzulande manche Vogelart. Junge Finanzleute erschrecken inzwischen schon, wenn sie irgendwo ein Minuszeichen sehen.

Der Dow Jones hat die 23000er Marke erreicht, der Dax die 13000er geknackt. Alle Warnungen vor einem turbulenten Herbst waren nur Börsenmärchen. Im Gegensatz zu früher ist heute alles ganz anders. Crashs sind nur noch theoretisch möglich, praktisch jedoch ausgeschlossen. Und sollte es mal scheppern, dann kommen die Notenbanken mit ihren noch dickeren Billionen um die Ecke geschossen.

Darauf ist Verlass! US-Notenbankchefin Janet Yellen beteuerte neulich noch, dass wir zu unseren Lebzeiten keine Finanzkrise mehr erleben werden. Ich fand das witzig, wissen wir doch nicht, wie lange wir leben.

Das Schöne an Börsencrashs war immer, dass es an solchen Tagen mit dicken Schlagzeilen und tiefroten Kursen gute Einkaufspreise gab, wenn man die Party verlassen hatte, bevor der Schnaps ausging. In welcher Phase stecken wir? Sind die Börsen schon zu sorglos? Fragen Sie am besten nicht den Anlagenverkäufer Ihres Misstrauens, sondern Ihren gesunden Menschenverstand.

LN

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