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Cyroline - die Modemacher aus Lübeck

Lübeck Cyroline - die Modemacher aus Lübeck

Witzige, tragbare Kleidung, fair und nachhaltig in Europa produziert — dafür steht Cyroline. Entworfen wird die Mode in Lübeck und das schon seit 20 Jahren. Verkauft wird sie unter anderem in Hamburg, Stuttgart, Köln und Berlin.

Coole Kleidung, fair und nachhaltig in Europa produziert — dafür steht Cyroline. Entworfen wird die Mode in Lübeck — und das schon seit 20 Jahren.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. „Wir möchten keine Produkte um die halbe Welt schicken — auch wenn es vielleicht günstiger wäre“, sagt Sven Diestelow. Zusammen mit Nicole Krüger (40) leitet der 45-Jährige die Geschäfte von Cyroline. Ein T-Shirt, das in den Filialen verkauft wird, hat 2400 Kilometer zurückgelegt. „Das klingt viel, ist aber immer noch sehr, sehr viel weniger, als andere handelsübliche Shirts hinter sich bringen müssen“, erklärt Unternehmenssprecherin Levke Callsen (27).

Dabei werden die Bestandteile für die Kleidungsstücke genauestens ausgewählt. So wird die Baumwolle in Griechenland geerntet, einem der wenigen Länder in der EU, das noch Baumwolle anbaut. Die etwa in T-Shirts ebenfalls enthaltene Zellstofffaser Modal stammt aus Österreich. In Polen werden die Garne in einer Strickerei zu Jersey verarbeitet, gefärbt und genäht. „Dort arbeiten durchgehend 30 Leute für uns“, berichtet Diestelow, der im Schnitt alle zwei Wochen in dem Nachbarland ist. Denn dort werden inzwischen auch schon die Prototypen genäht. Und daran sind dann doch manchmal Kleinigkeiten nachzubessern, erzählt Diestelow.

Die Entwürfe aber stammen aus Lübeck — aus der Unternehmenszentrale an der Kronsforder Allee. Da werden Ideen für Sweatshirts, Blusen, Kleider und Jacken entwickelt und umgesetzt. „Mittlerweile bieten wir die komplette Produktpalette an, von Socken bis zum Mantel“, so Nicole Krüger. Am Computer entsteht zunächst eine technische Zeichnung, Schnittdirektricen bauen daraus ein Schnittmuster.

Unterstützung gibt es durch Modedesigner sowie einen Grafikdesigner aus Berlin. „Wir bekommen aus unseren Läden oft Informationen, was die Kunden wünschen“, erzählt Nicole Krüger. Auch auf Modemessen bekomme man viele Ideen. In dieser Saison setzt das Unternehmen für die Männer-Kollektion Dinosaurier in Szene. Daneben gibt es „Fräulein Stachelbeere“ für Frauen sowie eine Second-Hand-Kollektion, für die alte Sachen umgearbeitet werden. Zehn Mitarbeiter sitzen in Lübeck, deutschlandweit beschäftigt das Unternehmen 65 Menschen.

Angefangen hat alles mit einer Auszeit. Diestelow, eigentlich gelernter Klempner, wollte beruflich eine Pause einlegen. Dabei half er Freunden, die im Textilhandel tätig waren. Weil die von ihnen bestellten bedruckten T-Shirts nicht immer zufriedenstellend ausfielen, versuchte Diestelow es schließlich selbst.

Das erste Siebdruckkarussell lief noch in der Garage seiner Eltern, 1996 verkaufte er T-Shirts und Second-Hand-Kleidung in der Lübecker Königstraße. Dabei wurde ihm klar, dass viele Textilien in weit entfernten Ländern günstig produziert, und dann teuer verkauft werden. „Das muss doch auch anders gehen“, dachte er damals und begann, eigene Produktionswege zu suchen. Dabei habe die Nachhaltigkeit zunächst gar nicht so sehr im Fokus gestanden. „Wir hatten eher den Drang , etwas selber zu machen“, erinnert sich Nicole Krüger.

Das kam an bei den Kunden. „Wir haben schnell gesehen, dass es gut funktioniert.“ Und so ist die Produktion immer größer geworden. Parallel dazu wurde neuen Absatzmärkte gesucht: Zunächst ging es nach Hamburg und nach Kiel, im März 2008 wagte man schließlich den Sprung nach Berlin. „Da muss man sein, wenn man mit Mode zu tun hat“, meint Krüger. Viele glaubten gar, Cyroline sei ein Berliner Label, sagt sie. Das sei natürlich schön zu hören. „Aber wir sind stolz darauf, aus Lübeck zu kommen.“

Zehn Filialen gibt es inzwischen bundesweit. Und das soll nicht das Ende sein. „Wir haben die Expansion weiter im Blick“, erklärt Krüger. Man sei in verschiedenen Städten auf der Suche nach passenden Ladenflächen. Die nachhaltig und fair produzierte Mode kommt vor allem bei den überwiegend jungen Kunden gut an. „Dabei drängen wir ihnen unser Konzept nicht auf, wir werben nicht intensiv damit“, erklärt Levke Callsen. Cyroline macht nach eigenen Angaben 2,5 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Die Ware wird inzwischen auch online angeboten.

Zehn Läden bundesweit

Zu finden ist Cyroline derzeit in den Städten Lübeck, Flensburg, Berlin (Prenzlauer Berg und Friedrichshain), Kiel, Köln, Münster, Bielefeld, Hamburg und Stuttgart. Weitere Informationen unter www.cyroline.de

Und es gibt noch mehr erfolgreiche Textilmacher im Norden. Einen ähnlichen Ansatz hat beispielsweise das Wahlstedter Unternehmen, das unter der Marke Mufflon seit 1998 Bekleidung aus gewalkter Wolle produziert und vertreibt. Die Outdoorprodukte werden vollstufig in Deutschland produziert; Materialien und Zutaten kommen aus Deutschland und der EU.

Julia Paulat

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