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DIHK: Firmen schaffen 450000 neue Stellen

Berlin DIHK: Firmen schaffen 450000 neue Stellen

Zuwachs vor allem im Dienstleistungs- und Gesundheitsbereich – Viele Unternehmen suchen laut Umfrage händeringend Personal.

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Dieter Kempf (63) soll ab Januar 2017 den BDI führen.

Quelle: dpa

Berlin. . Ein wahres Jobwunder erwarten die Unternehmen dieses Jahr in Deutschland. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit 450

000 neuen Stellen, vor allem im Dienstleistungsbereich, in der Gesundheits- und Bildungswirtschaft. Damit würde der höchste Stand seit Bestehen der Bundesrepublik erreicht, erklärte der DIHK gestern in Berlin.

Allein 130000 zusätzliche Jobs können 2016 bei Unternehmensdienstleistern wie Forschungseinrichtungen, Architekturbüros, Rechts- und Steuerberatungen oder Reinigungsdiensten entstehen, ergab die DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer. Weitere 120000 neue Stellen sind im Verkehrssektor, im Handel und im Gastgewerbe möglich.

„Auch ambulante Pflegedienste, Sprachschulen und sonstige Unternehmen im Gesundheits- und im Bildungsdienst stocken ihr Personal auf“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Hier rechne der Verband mit insgesamt ebenfalls 120000 neuen Jobs.

„Den stärksten Zuwachs seit vier Jahren“ sieht der DIHK im Baugewerbe – hier sind demnach 35000 neue Arbeitsplätze möglich. Mit neuen Stellen in der Industrie und in der Informations- und Kommunikationsbranche steigt die Gesamtzahl der Beschäftigten das elfte Mal in Folge. „Das Plus fällt in diesem Jahr dank der hohen Binnennachfrage sogar größer aus als in den letzten Jahren“, erklärte Wansleben. Der Umfrage des DIHK zufolge wollen 18 Prozent der Unternehmen ihr Personal aufstocken und 70 Prozent ihren aktuellen Beschäftigungsstand fortführen. Nur zwölf Prozent planen mit weniger Mitarbeitern – vor allem Sparkassen und Banken sowie Versicherungen.

Insbesondere mangels Bewerbern stößt der Stellenaufbau in vielen Betrieben an Grenzen. „Gerade in den Boombranchen Handel und Bau haben Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden“, sagte Hauptgeschäftsführer Wansleben. Gut die Hälfte der kleinen mittelständischen Betriebe mit 20 bis 200 Mitarbeitern sehe den Fachkräftemangel bereits als Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Auch die steigenden Arbeitskosten – eine Folge des Arbeitskräftemangels – sehen die Firmen laut Umfrage „mit Sorge“. Eine steigende Erwerbsbeteiligung sei „dringend notwendig“, forderte Wansleben. Der DIHK sieht insbesondere noch „Potenziale“ bei den Frauen. Um diese Potenziale besser zu nutzen, müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland verbessert werden – etwa durch den Anspruch auf einen Ganztagsschulplatz, appellierte der Verband an die Politik.

Grundlage der Prognosen des DIHK ist eine Umfrage unter insgesamt mehr als 24000 Unternehmen im Frühsommer dieses Jahres. Die 79 Industrie- und Handelskammern in Deutschland befragen die Firmen dreimal im Jahr nach ihrer wirtschaftlichen Lage und ihren Erwartungen für die kommenden zwölf Monate.

Neuer Chef für den BDI

Dieter Kempf (63), IT-Manager und früherer Bitkom-Chef, soll neuer Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) werden. Er würde dann Anfang 2017 Ulrich Grillo an der Spitze des einflussreichen Wirtschaftsverbandes ablösen. Auf diesen Vorschlag habe er sich einstimmig mit allen Vize-Präsidenten geeinigt, so Grillo. Kempf soll im November von der BDI-Mitgliederversammlung gewählt werden. Damit reagiert der BDI auch auf die wachsende Bedeutung der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion.

LN

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