Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Das Funkfeuer geht, die Rotoren kommen

Kiel Das Funkfeuer geht, die Rotoren kommen

Im Norden Ostholsteins können sich bald bis zu 100 zusätzliche Windräder drehen. Nach dem Aus für das Drehfunkfeuer Michaelsdorf will die Landesregierung die Regionalpläne entsprechend ändern. Dafür könnten, so hofft man in Kiel, anderswo die Abstände der Rotoren zu Wohngebieten größer werden.

Windräder bei Riepsdorf: Die Chancen stehen gut, dass die Flächen doch dauerhaft Wind-Land bleiben.

Quelle: Klatt

Kiel. Die Deutsche Flugsicherung hatte vor wenigen Tagen angekündigt, die Radaranlage Ende 2020 endgültig abstellen zu wollen. Damit die Signale des Funkfeuers nicht gestört werden, war noch in den Windplänen des Landes von 2016 in einem Umkreis von 15 Kilometern jeder Windrad-Bau untersagt worden. Bereits bestehende Anlagen hätten nach Ende ihrer Lebensdauer von etwa 20 Jahren abgebaut werden müssen.

LN-Bild

Im Norden Ostholsteins können sich bald bis zu 100 zusätzliche Windräder drehen. Nach dem Aus für das Drehfunkfeuer Michaelsdorf will die Landesregierung die Regionalpläne entsprechend ändern. Dafür könnten, so hofft man in Kiel, anderswo die Abstände der Rotoren zu Wohngebieten größer werden.

Zur Bildergalerie

„Wir hoffen, jetzt wieder in die Planung einsteigen zu können“, sagt Burkhard Naß, Geschäftsführer einer Gesellschaft, die zwischen Sipsdorf und Harmsdorf einen Windpark errichten will. Die Fläche war in der Landesplanung aus dem Jahr 2012 bereits als Windeignungsfläche eingetragen. 2016 wurde sie wegen der Bedenken der Flugsicherung wieder herausgenommen. Und Naß ist nicht der einzige Windmüller, der in der Region in den Startlöchern steht. In Neuratjensdorf bei Heiligenhafen können die Investoren nun wohl ihre dortigen Windräder erneuern und leistungsstärker machen – „Repowering“

heißt das bei Fachleuten. Nördlich davon würde die Gemeinde selber gerne einen Bürgerwindpark einrichten. Auch südlich von Heringsdorf und bei Riepsdorf können die Anlagen wohl stehenbleiben.

Insgesamt, so schätzt es Naß, hat das Funkfeuer den Aufbau und das Repowering von 140 Anlagen verzögert und damit Investitionen von rund 500 Millionen Euro in der Region blockiert.

„Diese ärgerliche Situation hat nun ein Ende“, sagt Grünen-Energiewendeminister Robert Habeck. Wo genau neue Windeignungsflächen entstehen oder alte wiederbelebt werden, muss noch die Landesplanungsabteilung im Innenministerium festlegen. Auf jeden Fall aber seien jetzt „neue Spielräume für die Nutzung der Windkraft in Schleswig-Holstein“ entstanden. Bis zu 300 Megawatt Windkraft- Leistung könnten in der Region installiert werden, schätzen die Experten des Ministeriums. Das gehe aus einer Prognose des Netzbetreibers „SH Netz AG“ hervor.

Eine solche Steigerung der Windenergie-Leistung hätte die neue Jamaika-Landesregierung bitter nötig, um eines der Wahlversprechen von CDU und FDP einlösen zu können: die Festlegung eines höheren Mindestabstands aller Windräder im Land zu Wohngebieten. Das werde es aber nur geben, wenn das Ausbauziel von zehn Gigawatt Windstrom im Jahr 2025 nicht gefährdet werde, verhandelten die Grünen in den Koalitionsvertrag hinein. „Diese Entscheidung der Flugsicherung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagt CDU- Ministerpräsident Daniel Günther denn auch voller Freude. Die Landesplanung überarbeite die Windenergie-Regionalpläne ja ohnehin gerade. Die Funkfeuer seien zwar nur eins von mehreren Dutzend zu überprüfenden Kriterien. Die Entscheidung der Flugsicherung „hilft uns aber in jedem Fall dabei, unsere im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele zu erreichen“. Die SPD-Landtagsopposition drängt dabei zur Eile. Die überarbeiteten Pläne dürften keinesfalls erst Ende 2019 fertig sein, sonst bringe die Landesregierung „das Vorzeigeprojekt Energiewende ins Stocken“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Hölck.

Naß hält die Debatte um Mindestabstände ohnehin nicht für sinnvoll. Windräder errichte man meist jetzt schon in größeren Abständen, um zum Beispiel Lärmschutzvorschriften einhalten zu können. Er mache sich viel mehr Sorgen, dass die so lange verzögerten Vorhaben nicht mehr als Bürgerwindparks gebaut werden könnten, sagt Naß. Für die Planungen sei viel Geld vorgeschossen, die Vergütung für Windstrom aber mittlerweile gesenkt worden. Möglicherweise müssten daher jetzt größere Investoren mit ins Boot geholt werden.

 Von Wolfram Hammer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 13.034,50 -0,69%
TecDAX 2.533,25 -0,11%
EUR/USD 1,1844 +0,15%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

LUFTHANSA 30,05 +0,83%
SAP 95,75 +0,26%
DAIMLER 70,75 +0,19%
FRESENIUS... 64,40 -2,49%
RWE ST 17,97 -2,18%
DT. BÖRSE 96,81 -1,78%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 281,44%
Commodity Capital AF 224,11%
FPM Funds Stockpic AF 100,53%
BlackRock Global F AF 98,00%
Apus Capital Reval AF 95,76%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.