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Wirtschaft im Norden Das Handy soll das Handgelenk erobern
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Das Handy soll das Handgelenk erobern
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22:16 05.09.2013
Die Galaxy Gear ist eine Fernbedienung für Smartphones, hat aber auch eigenständige Funktionen. Geplanter Verkaufsstart: 25. September. Quelle: Foto: AFP

Samsung hat den Smartphone-Markt fest im Griff — jetzt setzen die Südkoreaner auf ein Zukunftsgeschäft: die Smartwatch. Der Konzern stellte gestern zu Beginn der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin die Computer-Uhr Galaxy Gear vor.

Damit gelang es dem Elektronik-Riesen diesmal, vor Apple in eine neue Produkt-Kategorie vorzustoßen. Das iPhone-Smartphone und das iPad-Tablet kamen vor entsprechenden Geräten von Samsung auf den Markt. Der Vorsprung mit der Gear-Uhr hat damit auch einen symbolischen Wert für Samsung, das sich seit Jahren gegen Apples Ideenklau-Vorwürfe wehren muss.

Auch Apple-Chef Tim Cook und seine Entwickler aus dem kalifornischen Cupertino tüfteln Gerüchten zufolge schon längst an einer Computer-Uhr. Marktbeobachter erwarten, dass Computer-Uhren das „nächste große Ding“ werden. Der IT-Branchenverband Bitkom ermittelte, dass jeder dritte Bürger in Deutschland Interesse an einer Smartwatch hat.

Die Galaxy Gear ist als Begleiter für Samsungs Smartphones konzipiert. Man kann mit ihr zwar eingehende Telefongespräche annehmen — eine Handbewegung soll dafür genügen —, man kann aber mit der Smartwatch alleine nicht anrufen. Dafür ist immer das Smartphone erforderlich — und zwar eines von Samsung. Das Unternehmen präsentierte die Computer-Uhr auch ausdrücklich als „Kompagnon“, als Begleiter des neuen Smartphones Galaxy Note 3. Andere Samsung-Telefone wie das S4 sollen nach einem Software-Update ebenfalls mit der Gear kommunizieren können.

Die 73,8 Gramm schwere Uhr zeigt auf ihrem 1,63 Zoll großen Touchscreen zum Beispiel an, wenn neue E-Mails, SMS oder Benachrichtigungen von sozialen Netzwerken eintreffen.

Über die am Verschluss versteckten Lautsprecher samt Mikrofon kann der Nutzer auch telefonieren, ohne das Smartphone aus der Tasche zu holen. Fotos und kleine Videosequenzen lassen sich mit der Gear ebenfalls aufnehmen, die Kamera-Linse ist im Armband integriert und lässt sich über das Display aktivieren.

Eine Smartwatch, mit der man ohne zusätzliches Smartphone telefonieren kann, zeigt dagegen der Elektronik-Händler Pearl mit der Simvalley mobile PW-315.Touch. Bei einem Test eines Vorserien-Modell durch die LN erwiesen sich Funktion und Sprachqualität als durchaus alltagstauglich. Man kann mit dem Handgelenk-Handy auch Bilder und Videos anschauen sowie über Kopfhörer Musik oder UKW-Radio hören. Kultstatus wird es aber vermutlich nicht erreichen, dazu wirkt es mit seinem Plastikgehäuse nicht edel und wertig genug.

Mit einem Preis von knapp 90 Euro liegt diese Smartwatch allerdings innerhalb der Preisspanne von 87 bis gut 100 Euro, die sich Interessenten in Deutschland für so ein „Gadget“ laut Bitkom vorstellen könnten. Einen Preis für die Galaxy Gear hat Samsung noch nicht genannt. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg erfuhr aber, dass sie auf dem US-Markt 299 Dollar kosten werde. Das wären umgerechnet etwa 230 Euro.

Infos für Ifa-Besucher
Dauer: 6. bis 11. September

Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr

Ort: Messegelände Berlin

Tickets für Privatbesucher: Tageskarte 17 Euro, ermäßigt 12 Euro. Schülerticket 7 Euro, Familienticket (2 Erwachsene, 3 Kinder) 35 Euro Anreise: Am besten mit der Deutschen Bahn und S-Bahn oder Bus bis Haltestelle Messe/Nord/ICC bzw. Bushaltestelle Messedamm/Zob/ICC.

RW

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