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Das Jahr der Wahrheit für VW: Die Rückruf-Aktion beginnt

Wolfsburg Das Jahr der Wahrheit für VW: Die Rückruf-Aktion beginnt

Der Konzern holt mit dem Modell Amarok die ersten vom Abgas-Skandal betroffenen Fahrzeuge in die Werkstätten.

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Wolfsburg. Für den VW-Konzern hat mit dem Start des größten Rückrufs in der Firmengeschichte ein Schicksalsjahr begonnen. Rund 2,5 Millionen Autos müssen hierzulande wegen der Abgas-Manipulationen in die Werkstatt, Mittwochabend fiel der Startschuss. In Europa sind es 8,5 Millionen Wagen, Branchenexperten sprechen vom größten Rückruf der europäischen Autogeschichte. Der Konzern blickt allein logistisch auf eine Riesenherausforderung. Doch es geht um mehr. „Wir bedauern sehr“, schreibt VW den Kunden, „dass Ihr Vertrauen in die Marke Volkswagen derzeit auf die Probe gestellt wird. Und möchten uns zunächst in aller Form hierfür bei Ihnen entschuldigen.“

Für die Werkstätten ist das Update der manipulierten Motor-Software eigentlich Routinearbeit. Den Anfang machen 8000 Pick-Up- Trucks vom Modell VW-Amarok. Im März sollen erste Passats folgen. Und obwohl rechnerisch locker 1000 zurückzurufende Autos auf jede VW-Werkstatt kommen, geht es nicht nur um die Summe der vielen Arbeit. Europas größter Autobauer ist vom „Diesel-Gate“ mitten ins Herz getroffen.

Ein kleiner Teil seiner Belegschaft hat betrogen und damit den Ruf des ganzen Konzerns beschädigt, der mehr als 600000 Menschen beschäftigt und über Jahre lief und lief und lief wie einst der legendäre Käfer, auf dessen Erfolg ein Konzern erwuchs, der heute Europas größter ist. Die Dimension der Krise wird erst langsam klar. Vor allem in den USA wächst das Diesel-Drama weiter zum Risiko heran. Bisher halten die Kunden VW die Treue, zumindest brachen bisher weder der Absatz noch der Bestelleingang dramatisch ein. Doch das ist für VW nur die halbe Miete. Die Vorzugsaktie der Wolfsburger hat seit dem Ausbruch des Skandals im Herbst gut ein Drittel an Wert eingebüßt. Im Vergleich zum jüngsten Kurshoch vor knapp einem Jahr ist er halbiert. Die Refinanzierung ist für VW heikler geworden. Die Ratingagenturen trauen dem Konzern weniger zu, das macht die Kredite teurer.

Die VW-Abgas-Affäre hat die gesamte Dieseltechnologie in großen Misskredit gebracht. Erst gestern sah sich Mercedes wieder einmal veranlasst, per Mitteilung zu betonen, dass Wagen der Schwaben keine illegale Software hätten. In den USA, wo der Abgas-Skandal aufgedeckt wurde, steht VW noch viel mehr am Pranger. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben Volkswagen nicht nur wegen Betrugs und Umweltverstößen verklagt — es drohen milliardenschwere Strafen. Dort ist die Dimension der Vorwürfe auch weitaus größer als hierzulande. „Volkswagen hat die Entscheidung getroffen, bei Abgas- Tests zu schummeln und hat dann versucht, das zu verstecken“, wirft die Chefin der US-Umweltbehörde, Mary Nichols, VW vor. Einen anfänglichen Rückrufplan wischten die US-Aufseher vor 14 Tagen vom Tisch. Eine Welle an Zivilklagen rollt auch noch an.

„Wir bedauern sehr, dass Ihr Vertrauen derzeit auf die Probe gestellt wird.“
VW-Brief an die Kunden

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