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Wirtschaft im Norden Das Pokerspiel um Kaufhof hat begonnen
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21:10 02.11.2017
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Köln

Warum will René Benko eigentlich Kaufhof kaufen?

Die Übernahme von Kaufhof durch Karstadt würde den Schlusspunkt in der Konsolidierung der deutschen Warenhauslandschaft setzen. Wo einst Karstadt, Kaufhof, Hertie, Horten und Co um die Kundengunst kämpften, bliebe nur noch ein Platzhirsch übrig. Er hätte vielleicht bessere Chancen, sich gegen die Konkurrenz aus dem Internet, gegen moderne Einkaufscenter, gegen H&M und Primark zu behaupten. „Es ist das beste, was die schwächelnden Kaufhäuser noch machen können“, meint der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein.

Wie sieht Benkos Angebot aus?

Die Signa-Holding von René Benko bietet rund drei Milliarden Euro für das deutsche Warenhausgeschäft von Kaufhof und andere Immobilien. Der Löwenanteil des Kaufpreises dürfte dabei nicht auf die Warenhauskette, sondern auf die Immobilien in wertvollen Innenstadtlagen entfallen. Der kanadische Kaufhof-Eigentümer HBC hatte 2015 die Warenhauskette der Metro für 2,8 Milliarden Euro abgekauft.

Wie belastbar das Angebot ist, ist allerdings umstritten. HBC sprach in einer Börsenmitteilung von einem unvollständigen, nicht bindenden Angebot, dessen Finanzierung nicht belegt sei.

Kann Benko einen solchen Kaufpreis bezahlen?

Darüber kann man nur spekulieren, da Benkos Signa-Holding kaum Zahlen veröffentlicht. Allerdings hat die Immobilien-Tochter Signa Prime erst Anfang Oktober ihr Eigenkapital um eine Milliarde Euro erhöht, um Spielraum für Zukäufe zu gewinnen. Einiges Geld ist also vorhanden.

Will HBC den Kaufhof überhaupt verkaufen?

Offiziell hat der kanadische Kaufhof-Eigentümer HBC bislang stets alle Verkaufsabsichten bestritten. Die schlechte Lage des Konzerns und der Druck der Aktionäre könnten ein Umdenken bewirken. Die Geschäfte in Nordamerika laufen schlecht.

LN

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