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Das kluge Haus von Sarkwitz

Sarkwitz/Lübeck Das kluge Haus von Sarkwitz

Die Zukunft zieht ein – und zwar zu Hause. Im Smart Home sind Haustechnik, Geräte und Elektronik miteinander vernetzt. Die Nachfrage nach dieser Technik steigt, doch rundum „intelligente“ Häuser sind selten. In Sarkwitz gibt es so ein Haus – ein Altbau aus dem 19. Jahrhundert.

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Von der Kamera aufs Handy: Michael Steiner (54) weiß immer, was in seinem Zuhause vorgeht.

Quelle: Foto: Lutz Roessler

Sarkwitz/Lübeck. Von außen sieht man der ehemaligen Grundschule von Sarkwitz die „Intelligenz“ gar nicht an. 1882 wurde das backsteinerne Haus errichtet, dörflich und romantisch kommt es daher. Nur wer es weiß, sieht die vielen kleinen Geräte, die verraten, dass Besitzer Michael Steiner (54) das alte Haus „smart“ gemacht hat.

Schon im Vorgarten geht es los: Eine Lichtschranke in der Zufahrt registriert die Anwesenheit von Autos oder Personen. Steiner blickt auf sein Handy und auf die entsprechende Nachricht. Ein paar Meter weiter hängt eine Kamera im Baum, im Garten wartet ein kleiner Rasenmäher-Roboter darauf, dass Steiner endlich das Laub zusammenfegt. „Erst wenn das Laub weg ist, mäht er den Rasen“, erklärt der 54-Jährige. Eine Sauna gibt es noch, die Steiner von unterwegs anheizen kann, im ehemaligen Pferdestall befindet sich ein Pool. Hier wirkt „Alexa“, die freundliche Sprachsteuerung von Amazon. Sie sagt „okay“, als Steiner sie bittet, die Folie von der Wasseroberfläche zu entfernen. Ein kleiner Motor springt an, die Folie wird hochgerollt.

Einzeln betrachtet, sind das für Steiner nur Kleinigkeiten, Spielereien. 2012 hat er Symcon gegründet, eine GmbH mit Sitz in Lübeck, die Software für alle Smart-Home- Geräte namhafter Hersteller bereitstellt. Schon von Berufs wegen hat Steiner also hohe Ansprüche an ein „intelligentes“ Haus. „Smart“ ist es in seinen Augen erst, wenn so viel wie möglich miteinander verknüpft ist: Heizung, Licht, elektronische Geräte. Beim Verbraucher sind bisher aber häufig einzelne Komponenten gefragt. Laut einer Studie der Initiative Smart Home Deutschland und dem Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research stammen die beliebtesten Anwendungen der deutschen Smart-Home-Nutzer derzeit aus den Bereichen Entertainment, Kommunikation und Energiemanagement.

Swen Leugner (31), Doktorand an der Fachhochschule Lübeck, glaubt, dass sich die Technik ausweiten wird. Das sehe man schon an der Einführung der sogenannten Smart Meter. 80 Prozent der Verbraucher sollen bis 2020 mit intelligenten Stromzählern ausgestattet sein, die den Verbrauch direkt an den Energieversorger senden. Was viele Verbraucher beim Gedanken an Smart Home heute noch abschrecke, sei der Sicherheitsaspekt und die Frage nach der Rentabilität dieser Anwendungen. „Ob sich Smart Home unter dem Aspekt des Energiesparens lohnt, hängt immer auch mit den Anschaffungskosten zusammen“, sagt Leugner.

Auch bei Michael Steiner ist Energiesparen wichtig. Er versorgt sein Haus über Photovoltaik selbst. Auf dem ehemaligen Heuboden über dem Pool ist eine Wärmepumpe installiert – und noch eine am Haupthaus. Bleibt nur ein Problem: Wer so viel Technik hat, hat auch immer etwas zu tun. „Wer ein richtiges Smart Home haben möchte, muss sich mit der Technik beschäftigen“, sagt Steiner.

Komfortabler, nutzerfreundlicher soll ein Smart Home das Leben machen, doch ohne Know-how geht es nicht: Funk- oder kabelgebunden, mit Internetverbindung oder offline? Noch während Steiner über diese Abwägungen spricht, sagt „Alexa“ plötzlich: „Ich weiß nicht.“

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Luisa Jacobsen

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