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Decathlon startet Deutschland-Offensive - Markt hart umkämpft

Essen Decathlon startet Deutschland-Offensive - Markt hart umkämpft

Vor allem kleine Einzelkämpfer unter den Sportartikelläden haben es schwer, wenn ihnen ein Branchenschwergewicht wie das französische Unternehmen Decathlon Konkurrenz macht. Und das könnte künftig an deutlich mehr Orten so sein. In Lübeck eröffnete im Mai die erste Decathlon-Filiale im Norden.

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Mitte Mai wurde in Lübeck die erste Decathlon-Filiale im Norden eröffnet. Der Sportartikel-Hersteller drängt weiter auf Expansion in Deutschland.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Essen. Bereits heute ist das Geschäft mit Sportartikeln unter Druck - nun drängt auch der französische Branchenriese Decathlon verstärkt nach Deutschland. „Generell ist der deutsche Markt aktuell der interessanteste Markt in ganz Europa, in welchem wir daher auch viel Potenzial sehen“, kündigte der Sprecher der Unternehmensentwicklung von Decathlon Deutschland, Ludger Niemann, an. Vom Campinghocker für 5,99 Euro bis zum Windsurfboard für 698,99 Euro ist das weitgehend auf zumeist günstige Eigenmarken spezialisierte Unternehmen bereits an 34 deutschen Standorten aktiv.

Mit einem weltweiten Umsatz von 9,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und rund 1000 Filialen zählt der Hersteller und Händler von Sportartikeln bereits heute zu den Schwergewichten der Branche. Genaue Zahlen für das deutsche Geschäft nennt Decathlon nicht - auch nicht für die Zahl der geplanten Neueröffnungen. In Dortmund entsteht derzeit ein neues Logistik-Center, von dem aus die Läden und der Onlineshop künftig mit Ware versorgt werden sollen.

Das französische Unternehmen agiere „ziemlich brutal“ im unteren Preissegment, beklagt etwa Werner Haizmann, Präsident des Verbands Deutscher Sportfachhandel. „Die greifen überall an“, so beschreibt Haizmann die Strategie des Mitbewerbers. Jahrelange Versuche der örtlichen Händler sich gegen die oft großräumigen Läden zu wehren seien gescheitert.

„Die Sportbranche ist sehr wettbewerbsintensiv“, berichtet auch Galeria Kaufhof-Sprecher Steffen Kern. Statt auf eigene Sporthäuser will das Warenhausunternehmen künftig verstärkt auf das Geschäft mit Outlets setzen. Vier Sporthäuser in Frankfurt, Wiesbaden, Heidelberg und Stuttgart sollen im kommenden Jahr umgewandelt werden, weitere sollen gegebenenfalls folgen. Sportartikel sollen künftig in das Sortiment des Warenhauses aufgenommen werden.

Vor allem Einzelkämpfer unter den stationären Anbietern von Sportartikeln hätten es dagegen schwer, berichtet Hansjürgen Heinick, Senior Consultant am IFH Köln. Einzelne Spezialisten können aber durchaus von angesagten Trends profitieren, wie etwa Anbieter von Spezialartikeln wie Longboards, so der Handelsexperte.

Heinick beziffert den Gesamtmarkt für Sportartikel in Deutschland im vergangenen Jahr im engeren Sinne auf 6,3 rund sechs Milliarden Euro. Wenn etwa Zubehör wie Mützen, Schals, Badebekleidung oder Wäsche mit einbezogen werde, könne sich auch ein deutlich höherer Wert ergeben. Mit einem Plus um 5,7 Prozent habe das Wachstum des Sportartikelmarkts im vergangenen Jahr zudem deutlich über den Zuwächsen im Schuh- und Textilhandel gelegen. Besonders gefragt seien Sportschuhe gewesen.

„Es wird jedoch nicht wahnsinnig mehr Sport betrieben“, so der Experte. Hintergrund sei vielmehr eine „Casualisierung des Alltags“. Sportmode werde etwa öfter im Büro getragen. Vor allem der Onlinehandel habe 2015 wieder stark von dem Trend profitieren können.

Bei den Kunden von Sportartikeln sei in Deutschland die Orientierung an großen Marken immer noch ziemlich stark ausgeprägt. Wenn es dann jedoch um das Sporttreiben im Alltag gehe, spiele die Marke dann doch nicht immer mehr die große Rolle, sagt Heinick. Dann könne die Funktionsbekleidung auch vom Discounter oder von anderen Anbietern kommen.

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