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Der ADAC steht am Scheideweg

Der ADAC steht am Scheideweg

Abstimmung über Reformkurs in Lübeck.

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Die Pannenhilfe bleibt ein wichtiges Element beim ADAC.

Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

München Vor zwei Jahren hatten Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ Deutschlands größten Verein in die Krise gestürzt. Dienstflüge mit Rettungshubschraubern kamen ans Licht, die Vermischung von Vereins- und Wirtschaftsinteressen erschien suspekt. Der neue ADAC-Präsident August Markl hat inzwischen aufgeräumt. Doch nun steht sein Reformwerk auf der Kippe.

Am kommenden Sonnabend entscheidet die ADAC-Hauptversammlung in Lübeck, ob der ADAC eine neue Struktur bekommt. Das milliardenschwere Konzerngeschäft soll vom Verein klar getrennt, der Vereinsstatus damit gesichert werden. Doch es gibt Gegner.

Was hat sich seit dem Skandal 2014 geändert?

Der damalige ADAC-Präsident Peter Meyer, der Schatzmeister, der Geschäftsführer, der Chefjurist und der Chefredakteur der ADAC-Zeitschrift „Motorwelt“ nahmen ihren Hut. Markl brachte zusammen mit einem unabhängigen Beirat eine Reform auf den Weg, der die Hauptversammlung Ende 2014 einstimmig zustimmte. Danach beschränkt sich der Verein künftig auf Pannenhilfe, technische und touristische Beratung für die 19 Millionen Mitglieder und den Motorsport. Zu verkehrspolitischen Fragen wie Maut oder Tempolimit meldet sich der ADAC nur noch zu Wort, wenn er zuvor die Meinung der Mitglieder erkundet hat.

Was soll mit dem ADAC-Konzern passieren?

ADAC-Firmen verkaufen Versicherungen, Fährtickets, Autobatterien und Kreditkarten, vermieten Autos und verlegen Zeitschriften. Diese Unternehmen sind in einer GmbH zusammengefasst, bei der ehrenamtliche ADAC-Funktionäre das Sagen haben. Jetzt soll die GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, mit einem weisungsunabhängigen Vorstand.

Wie begründet die neue ADAC-Führung die Aufspaltung?

Markl sagt, die transparente Struktur und klare Aufteilung helfe, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Und der ADAC werde rechtssicher aufgestellt. Denn das Registergericht München prüft, ob der ADAC seinen Vereinsstatus mit Steuervorteilen noch zu Recht hat.

Was sagen die Gegner des Reformplans?

Meyer ist weiterhin Präsident des größten Regionalclubs, des ADAC Nordrhein. Dieser kritisiert, mit der Aufteilung würde der Verein „jeglichen Einfluss auf die ADAC-Stiftung und die wirtschaftlichen Aktivitäten verlieren“.

Wie stehen die Chancen?

Markl sagt, es gebe keine Alternative. Die neue ADAC- Spitze besuchte die Regionalvereine und warb für die Reform. Große Regionalclubs wie Niedersachsen/Sachsen-Anhalt oder Hessen-Thüringen sprechen sich klar dafür aus.

LN

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