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Der Kronprinz des Brillen-Imperiums

Hamburg Der Kronprinz des Brillen-Imperiums

Optiker-Kette bereitet sich auf Generationswechsel vor. Der Sohn des Firmengründers übernimmt das Marketing.

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Günther (l.) und Marc Fielmann. Montage: Wapner

Quelle: Fotos: Dpa, Fotolia,

Hamburg. Günther und Marc Fielmann, Vater und Sohn, hatten gestern in Hamburg gemeinsam zur Pressekonferenz in die schlichte Verwaltung der größten deutschen Optiker-Kette gebeten. Viele Journalisten rechneten damit, dass Günther Fielmann den Staffelstab an seinen Sohn weitergeben würde, zumal der 76-Jährige schon häufiger von seinem Rückzug in absehbarer Zeit gesprochen hatte.

Doch die Erwartungen erfüllten sich nur halb: Der Junior rückt in den Vorstand auf und verantwortet künftig das Marketing von Fielmann. Aber der Brillenkönig dankt nicht ab. „Nein, keineswegs“, lautete die Antwort auf die Frage, ob er sich nun aus dem Tagesgeschäft zurückziehen werde. Er freue sich jedoch darauf, mehr Zeit für die Entwürfe der Kollektionen zu haben.

Seit 43 Jahren leitet der Senior den Konzern, der am Anfang nur ein Optiker-Geschäft in Cuxhaven war. Sohn Marc hat sich von Kindesbeinen an auf die Nachfolge in der Firma vorbereitet, die zwar an der Börse notiert, aber dennoch ein Familienunternehmen geblieben ist. Nach der 10. Klasse des Gymnasiums in Ahrensburg (Kreis Stormarn) wechselte er auf das Elite-Internat Schloss Salem, wo er mit 17 die Ausbildung abschloss. Es folgte ein Wirtschaftsstudium an der London School of Economics, das er mit 21 Jahren erfolgreich beendete. „Ich denke zur Hälfte auf Deutsch, zu Hälfte auf Englisch“, sagt er. „Meine Freunde leben in Europa, Indonesien und den USA.“

Nun folgt mit 26 Jahren der Sprung in den Vorstand eines Unternehmens mit einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro und mehr als 17000 Mitarbeitern. „Wenn mein Vater mir nun diese Verantwortung zutraut, so ist dies für mich Herausforderung und Verpflichtung zugleich“, sagte er. Vater und Sohn demonstrierten bei ihrem gemeinsamen Auftritt Einverständnis und Harmonie. „Wir haben uns eigentlich nie gestritten“, beschrieb der Senior die Jahre der gemeinsamen Arbeit im Unternehmen.

Günther Fielmann ist spät Vater geworden; vom Sohn trennen ihn 50 Jahre. Doch der Firmenlenker plant nicht, vorübergehend einem familienfremden Manager die Führung von Fielmann zu überlassen.

Schon bei früheren Gelegenheiten hat er jedoch deutlich gemacht, dass er nicht mehr mit 80 Jahren an der Spitze stehen will. Der Wechsel ist also nur eine Frage der Zeit. „Aber natürlich muss Marc sich bewähren.“ Er könne sich zudem auf ein erfahrenes Management-Team stützen.

Günther Fielmann hat mit seiner Ex-Frau Heike auch eine Tochter, Sophie-Luise (21), die noch studiert. Der Vater hofft, dass auch sie eines Tages für das Unternehmen tätig wird. Doch da bremst der Sohn ein wenig, wohl auch aus seiner eigenen Erfahrung: „Wir würden uns riesig darüber freuen. Aber das muss jeder Mensch allein entscheiden, weil es viel verändert.“

Wir haben uns eigentlich nie gestritten.“ Günther Fielmann
über seinen Sohn

LN

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