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19:54 26.10.2018
Klaus Wagner, Hausmeister beim Lübecker Bauverein, prüft einen Regenablauf auf dem Hochhausdach. Quelle: Rüdiger Jacob
Lübeck

Mal geht es in den Keller, ein anderes Mal auf das Hochhausdach. Und dann sind es natürlich auch noch die vielen Geschosse, in denen Klaus Wagner täglich seinen Dienst macht. Der 53-Jährige ist Hauswart. Seit 14 Jahren arbeitet der Mann, der einmal Elektromaschinenbau-Handwerksmeister gelernt hat, bei Lübecks ältester Wohnungsbau-Genossenschaft, dem Lübecker Bauverein. Erfahrungen hat Wagner auch als gelernter Aufzugsmontage-Meister.

Jetzt ist der Hauswart ein gefragter Mann in den Wohnanlagen. „Es macht jeden Tag aufs Neue viel Spaß, sich den vielen Aufgaben zu stellen“, sagt Wagner. „Es ist nicht nur die Technik, für die mein Herz schlägt“, verrät Wagner. „Ebenso wichtig ist mir der tägliche Umgang mit Menschen.“ Und die trifft der Bauvereins-Mitarbeiter gleich mehrfach am Tag. „Service ist etwas, was ich leben und lieben gelernt habe“, sagt Wagner, der viele Schulungen besuchen muss, um beispielsweise auf dem neuesten Stand der Haustechnik zu sein.

„Man hat es hier mit vielen Menschen zu tun, mit Menschen aus vielen unterschiedlichen Kulturen“, sagt Wagner, der sich im Team des Bauvereins „ausgesprochen wohl“ fühle. „Natürlich gibt es auch Leid, das ich während meiner Arbeit mitbekomme. Aber es gibt auch sehr schöne Erlebnisse“, so Wagner.

Wenn der Hauswart auf ein Hochhausdach geht, um per Sichtprüfungen mögliche Mängel oder Schäden beispielsweise an den Antennen, den Dachaufbauten, Blitzableitern oder Bodenabläufen festzustellen, dann wird er bei gutem Wetter auch schon einmal mit einem fantastischen Blick auf Lübecks Türme-Silhouette belohnt. Denn regelmäßig prüft Klaus Wagner unter anderem, ob die vielen Regenabläufe auf den Dächern frei sind. „Dort können sich Laub oder Staub sammeln“, sagt der Hauswart, der ein Sieb aus einem Ablauf herausnimmt und säubert. Keine große Aktion. „Aber eine, die Verstopfungen verhindert“, sagt Wagner. Nach dem Jahreswechsel könnten auch schon einmal Reste von Sylvester-Knallkörpern oder Raketen auf dem Dach landen.

Aber nicht nur die luftige Höhe bestimmt den Arbeitstag des Hauswarts. Auf ihn warten unter anderem Wohnungsbegehungen, Ablesen von Zählerständen, Mietersprechstunden im Servicebüro, Kontrolle der Einhaltung der Hausordnung, Überprüfung der Außenanlagen, Überwachung der Heizanlage – und so ließe sich die Liste der umfangreichen Tätigkeiten fortsetzen. Als Mädchen für alles sieht sich Wagner nicht. „Als Mann vor Ort schon eher“, sagt der Handwerker mit dem Herz fürs Menschliche augenzwinkernd.

Eigene Spareinrichtung

1892 gegründetzählt das Unternehmen mit mehr als 9500 Mitgliedern und etwa 6000 Objekten zu den größeren Wohnungsbaugenossenschaften Schleswig-Holsteins. Der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen beträgt 49 Prozent. Damit ist der Bauverein größter Anbieter von Wohnraum für Haushalte mit geringeren Einkommen in der Hansestadt. Aktives Quartiers- und Sozialmanagement sind wichtige Bausteine des Geschäftsmodells. Die innovative Genossenschaft hat 2011 eine Spareinrichtung mit inzwischen 57 Millionen Euro gegründet. Unabhängig vom Kapitalmarkt finanziert die Genossenschaft ihre Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen mit Sparmitteln aus eigener Finanzkraft.

Rüdiger Jacob

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