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Wirtschaft im Norden Der Norden wirbt um neue Fachkräfte
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00:00 26.10.2012
Kiel

In einer groß angelegten Gemeinschaftsaktion will Schleswig- Holstein den Fachkräftemangel bekämpfen. „Zukunft im Norden“ heißt die Initiative, zu der die Akteure gestern in Kiel den Startschuss gaben. Die Landesregierung, die Kammern, Wirtschafts- und Kommunalverbände, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit und die Hochschulen im Land hatten sich zuvor auf Eckpunkte verständigt, wie in den kommenden Jahren der wachsende Fachkräftebedarf bewältigt werden kann. „Wir werden im Jahr 2030 auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt eine Lücke von voraussichtlich knapp 200 000 Menschen haben. Und wenn wir nicht heute schon damit beginnen, diesen Trend einzudämmen, werden wir morgen im globalen Wettbewerb zurückfallen“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Alle 25 Teilnehmer des gestrigen Treffens seien sich einig, dass der Wohlstand des Bundeslandes in Zukunft entscheidend davon abhänge, Nachwuchs- und Fachkräfte aller Branchen gut auszubilden und vor allem im Land zu halten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei einer der Schlüssel zum Erfolg, sagte Meyer.

Nach den Worten des Unternehmers und Präsidenten der IHK Schleswig-Holstein, Christoph Andreas Leicht, werden die Betriebe noch viel stärker um jüngere, aber auch ältere Menschen werben müssen: „Die sogenannte Generation Erfahrung kann einen erheblichen Beitrag leisten, um den zukünftigen Fachkräftebedarf zu bedienen. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, die Arbeitsbedingungen den Bedürfnissen der Menschen über 55 Jahre anzupassen.“ Außerdem müssten die jungen Menschen, die hier studieren, auch hier einen Arbeitsplatz finden können.

Die Konferenzteilnehmer verständigten sich darauf, dass die Kammern zunächst den Fachkräftebedarf der nächsten 15 bis 20 Jahre landesweit identifizieren. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck hatte bereits vor knapp einem Jahr in einer Studie den Fachkräftebedarf für die Region Lübeck bis zum Jahr 2030 ermittelt. UV Nord und DGB befassen sich mit Möglichkeiten zur stärkeren Fachkräftebindung. Aus den Ergebnissen aller Arbeitsgruppen soll ein Aktionsplan geschmiedet werden. Er soll noch vor der Sommerpause 2013 unterzeichnet und schrittweise umgesetzt werden.

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