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Der Poker um die SLM-Aktien

Lübeck Der Poker um die SLM-Aktien

Experten: US-Finanzinvestor Paul Singer spekuliert auf Erhöhung des Angebotes.

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Wollen Heuschrecken Kasse machen?

Lübeck. Die Übernahme der Lübecker Firma SLM Solutions GmbH wird für den US- Konzern General Electric (GE) doch schwerer als zunächst angenommen. „Der US-Finanzinvestor Paul Singer spekuliert mit dem Kauf von SLM-Aktien offenbar darauf, dass GE sein Angebot noch erhöht“, schätzt der ntv-Börsenexperte und LN- Kolumnist Frank Meyer.

Bisher hat GE den SLM-Aktionären 38 Euro pro Aktie geboten und angekündigt, man wolle mindestens 75 Prozent der Aktien aufkaufen. Bis Ende September wollte GE alle Aktionäre anschreiben. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Transaktion Ende Oktober abschließen können“, sagte Robert Griggs, Manager von GE Aviation, vor drei Wochen den LN.

Der Börsenkurs der SLM- Aktie, der vor der Ankündigung der Übernahmepläne bei rund 23 Euro lag, rangiert mittlerweile bei 43 Euro, etwa fünf Euro über dem GE- Angebot. Meyer hält es für möglich, dass sich die Übernahme noch zu einem Bieterwettstreit entwickelt. „Viele Kleinaktionäre, die noch gezögert haben, das GE-Angebot anzunehmen, könnten sich jetzt denken, sie verkaufen lieber auf dem freien Markt und bekommen dafür mehr.“ Singer, der für das rabiate Vorgehen seiner Hedgefonds von Kritikern als „Heuschrecke“oder auch „Geier“ tituliert wird, könnte so seinen Anteil von gut 16 Prozent noch weiter steigern, um GE herauszufordern. Dass Angebote im Lauf der Übernahme noch erhöht werden, sei keine Seltenheit, so Meyer. „Dumm für Singer wäre es allerdings, wenn die Übernahme durch GE platzt. Dann würde der Aktienkurs sofort wieder auf das alte Niveau zurückfallen“, sagt der Börsenexperte voraus – die Spekulation würde also nach hinten losgehen.

Auch Peter Tschirner, bei der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) für SLM Solutions zuständig, glaubt, dass Paul Singer mit seinen Hedgefonds SLM-Aktien kauft, weil er darauf spekuliert, dass GE sein Angebot noch erhöht – und Singer dann mit Gewinn wieder verkaufen kann. Eine Erhöhung des Angebots hält Tschirner für möglich. „Für GE macht diese Übernahme von SLM Solutions viel Sinn, denn im Flugzeugbau ist die 3-D-Druck-Technologie von SLM hochinteressant. Mit den SLM-Maschinen können viele benötigte Bauteile mit höchster Präzision hergestellt werden“, sagt der SdK-Experte. Wie viele Kleinaktionäre das gute GE-Angebot annehmen und wie viele abwarten, sei schwer einzuschätzen. Schon mit den 38 Euro pro Aktie habe GE einen 40-prozentigen Aufschlag angeboten. Interessant am Rande sei, dass Singer sich für ein mittelständisches deutsches Unternehmen wie SLM interessiere. „Sonst tanzt er auf größeren Hochzeiten“.

cri

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