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Der Sanierer macht den Abflug: Mehdorn verlässt Air Berlin

Berlin Der Sanierer macht den Abflug: Mehdorn verlässt Air Berlin

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn (70) ist überraschend zurückgetreten. Wolfgang Prock-Schauer soll die Sanierung fortsetzen.

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Hartmut Mehdorn (70) verlässt Air Berlin nach 15 Monaten.

Quelle: Davids

Berlin. Hartmut Mehdorn, der bei seinem Amtsantritt als Übergangschef galt, bleibt Air Berlin als einfaches Verwaltungsratsmitglied erhalten, teilte das Unternehmen mit. Der 56-jährige Österreicher Prock-Schauer, der erst im Herbst von der früheren Lufthansa-Tochter British Midland (BMI) zu Air Berlin gekommen war, muss bei Air Berlin nun das nächste Sanierungsprogramm umsetzen. So soll das Fluggeschäft wieder in die Gewinnzone kommen. Bei der chronisch defizitären BMI war dies dem Manager zuletzt nicht gelungen.

Prock-Schauer erwarten auf seinem neuen Posten unbequeme Aufgaben. Nach dem weitgehend umgesetzten Sanierungsprogramm „Shape & Size“ stehen mit „Turbine 2013“ die nächsten Einschnitte bevor.

Medienberichten zufolge stehen dabei mehrere hundert Arbeitsplätze auf der Kippe. Die Flotte soll um weitere 20 auf 138 Maschinen schrumpfen. „Air Berlin steht vor großen Herausforderungen“, sagte Prock-Schauer.

Die Fluggesellschaft leidet wie viele Konkurrenten unter dem harten Konkurrenzkampf in der europäischen Luftfahrt. Nach vier Jahren mit Nettoverlusten in der Bilanz in Folge kam Air Berlin zwar 2012 wohl wieder in die Gewinnzone. Dies verdankte das Unternehmen nach bisherigen Angaben allerdings dem Verkauf von Flugzeugen und der Mehrheit am konzerneigenen Vielfliegerprogramm. Zu schaffen macht der Gesellschaft neben hohen Treibstoffpreisen und der deutschen Ticketsteuer die verschobene Eröffnung des neuen Berliner Hauptstadtflughafens.

Prock-Schauer kennt sich mit Krisenfällen aus. Der Österreicher startete seine Karriere 1981 bei der heutigen Lufthansa-Tochter Austrian Airlines und integrierte dort die Töchter Lauda Air und Tyrolean. Ab 2002 leitete er das Luftfahrtbündnis Star Alliance, 2003 wurde er Chef der indischen Fluggesellschaft Jet Airways und brachte sie zwei Jahre später an die Börse.

Bei der Lufthansa versuchte Prock-Schauer von 2009 an vergeblich, deren damalige Tochter BMI in die schwarzen Zahlen zu hieven. Europas größte Fluggesellschaft verlor die Geduld mit ihrem britischen Sorgenkind. Anfang 2012 verkaufte sie BMI an die International Airlines Group. Im Oktober kam Prock-Schauer zu Air Berlin.

Der frühere Bahn-Chef Mehdorn galt offiziell immer nur als Übergangschef. Er hatte die Führung im September 2011 von Joachim Hunold übernommen, als Air Berlin nach jahrelangen Verlusten in Schieflage geraten war. Unter seiner Führung strich die Gesellschaft unrentable Verbindungen aus dem Streckennetz. Gleichzeitig wurden die verbleibenden Maschinen besser ausgelastet.

Aus dem Verwaltungsrat gab es Lob für Mehdorn. „Er hat das Unternehmen in der Krise auf einen neuen Weg gebracht, marktgerechter positioniert und entscheidende Weichen gestellt“, sagte Verwaltungsratschef Hans-Joachim Körber. Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, sagte, Mehdorn habe die Airline auf Kurs zu einer zukunftsfähigen Entwicklung gebracht.

LN

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