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Wirtschaft im Norden Der deutsche Aufschwung geht weiter
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21:12 15.08.2017
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Wiesbaden

. Die deutsche Wirtschaft steuert ungeachtet der Unsicherheiten durch die US-Politik und das Brexit-Votum auf ein starkes Jahr 2017 zu. Angetrieben von der Konsumlust der Verbraucher und steigenden Investitionen der Unternehmen wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. „Der Aufschwung läuft inzwischen auf eine Hochkonjunktur zu“, erklärte Alexander Krüger, Chefvolkswirt beim Bankhaus Lampe.

Zum Jahresanfang hatte die Wirtschaft nach neuesten Berechnungen sogar um 0,7 Prozent zugelegt und damit etwas stärker als zunächst ermittelt. Ein wichtiger Treiber im zweiten Quartal war erneut der private Konsum. Die Verbraucher sind in Kauflaune, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und Sparen wirft wegen der Niedrigzinsen kaum noch etwas ab.

Zwar sind die Zeiten der Mini-Inflation seit Jahresanfang vorbei. Dennoch haben viele Arbeitnehmer unter dem Strich mehr im Geldbeutel. Nach Angaben der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung stiegen die Tariflöhne der Beschäftigten auch im ersten Halbjahr 2017 stärker als die Verbraucherpreise.

Die Ausgaben des Staates auch für die Unterbringung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge trieben die Konjunktur im zweiten Quartal ebenfalls an. „Sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat erhöhten ihre Konsumausgaben deutlich“, erklärte die Wiesbadener Behörde.

Die Unternehmen, die sich zeitweise verunsichert von dem bevorstehenden Ausscheiden Großbritanniens aus der EU (Brexit) und der Ungewissheit über die Zukunft Europas mit Investitionen zurückgehalten hatten, steckten mehr Geld in Maschinen und Anlagen. Auch der Bauboom trägt zu dem anhaltenden Aufschwung bei.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft war nach Angaben des Ifo-Instituts zuletzt so gut wie nie zuvor. „Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest jüngst. Bremsspuren hinterließ dagegen der Außenhandel. Zwar hatte der deutsche Export im ersten Halbjahr an Tempo gewonnen. Die Importe legten allerdings noch stärker zu.

LN

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