Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Der kultige Haudrauf, der auch Jurist und Leistungssportler war
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Der kultige Haudrauf, der auch Jurist und Leistungssportler war
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:12 28.06.2016

Schauspieler, Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent, Erfinder – all dies hätte Berechtigung gehabt, auf der Visitenkarte von Bud Spencer zu stehen. Der Ruhm als Prügelheld in kultigen Haudrauf-Filmen stand jedenfalls nicht am Anfang seines Wirkens. Gestern starb der italienische Filmstar im Alter von 86 Jahren. Sein letztes Wort sei „Danke“ gewesen, sagte sein Sohn.

Als Spross einer wohlhabenden Industriellen-Familie in Neapel geboren, machte sich Bud Spencer, der eigentlich Carlo Pedersoli hieß, in den 50er Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Sogar bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er mit von der Partie.

Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Zurück in Rom studierte er einige Semester Jura, arbeite dann in Südamerika als Automanager, ehe ihn sein Schwiegervater, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt brachte. 1960 heiratete er. Mit Ehefrau Maria blieb er bis zum Ende zusammen.

Es war der Beginn der Italo-Western-Zeit und die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren. Wieso eigentlich Bud Spencer? „Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud“, erklärte der bullige Schauspieler einmal das Geheimnis seines Künstlernamens.

Das Erfolgsrezept lag aber im Zusammenspiel mit seinem Filmpartner Terence Hill, dem schlanken Schönen mit den eisblauen Augen. Der eine - Hill – war chic, clever und bärenstark. Der Andere – Spencer – ebenfalls schlagkräftig, gutherzig und dickköpfig.

Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, „Zwei Missionare“, „Zwei Asse trumpfen auf“. Einfallsreicher wurden die Streifen nicht gerade, aber das Rezept stimmte. Das Publikum war begeistert. Die mit der Zeit immer ausführlicheren Schlägereien wurden „kultig“ und Bud Spencer schwerer. „Irgendwann wog ich 160 Kilogramm.

Mein Pferd warf sich immer verzweifelt auf den Rücken, sobald es mich kommen sah.“

Und dem Sender Tele5 sagte er: „Ich habe bei meinen Filmen nie ein Kind aus dem Kino rennen sehen. Die Kinder lachen, weil sie die Gewalt nicht ernst nehmen. Niemand stirbt, und es fließt fast kein Blut. Wenn Leute in den Filmen von mir geschlagen wurden, standen sie meistens wieder auf und rannten davon.“

Spencer spielte auch in Filmen wie der deutsch- italienischen Produktion „Banana Joe“ oder „Plattfuß in Afrika“ mit. Zu Deutschland hatte Spencer eine besondere Beziehung: Und das hat auch mit Schwäbisch Gmünd zu tun, wo seit einigen Jahren ein Freibad seinen Namen trägt. Als Schwimmer stieg er dort im Sommer 1951 für die 100 Meter Freistil ins Wasser und blieb nach Angaben der Stadt unter einer Minute. „Ich liebe Schwäbisch Gmünd“, sagte er bei der offiziellen Verleihung des Namens, zu der er Ende 2011 angereist war.

In jüngster Zeit hatte Bud Spencer auch die sozialen Netzwerke für sich entdeckt – liebevoll sprach er von „Facebud“. Auf der Facebook-Seite stand gestern Abend: „Mit unserem tiefsten Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass Bud zu seiner nächsten Reise aufgebrochen ist.“

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Deutsche Telekom ruft ihre Kunden zum Passwort-Wechsel auf, nachdem Datensätze mit aktuellen Login-Informationen im Internet aufgetaucht sind.

27.06.2016

IHK-Konjunkturumfrage: Schleswig-Holstein auch im Winter bei Gästen immer beliebter.

27.06.2016

Auch erste Kirschen kommen jetzt auf den Markt.

27.06.2016
Anzeige