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Deutsche Bahn macht Milliardenverlust

Berlin Deutsche Bahn macht Milliardenverlust

Vor allem der Konzernumbau und der schwächelnde Schienengüterverkehr belasten das Unternehmen.

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Was ist los bei der Deutschen Bahn? Das Geschäft mit dem Personenverkehr wird schwieriger.

Quelle: Ch. Schmidt/dpa

Berlin. Hat das Management der Deutschen Bahn zu spät reagiert? „Ja, da gibt es auch nichts zu beschönigen“, sagt Vorstandschef Rüdiger Grube gestern in Berlin. Er muss erklären, warum der Konzern für 2015 einen gewaltigen Verlust von 1,31 Milliarden Euro verbucht. „Hier übernehmen wir als Vorstand auch die Verantwortung, insbesondere was den Schienengüterverkehr betrifft.“ Finanzvorstand Richard Lutz sagte: „Unser Sorgenkind in Sachen Qualität und Wirtschaftlichkeit ist die Eisenbahn in Deutschland.“ Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Geschäfte im Ausland recht gut laufen.

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Vor allem der Konzernumbau und der schwächelnde Schienengüterverkehr belasten das Unternehmen.

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Tatsächlich hat sich die Güterbahn, die seit kurzem wieder DB Cargo heißt, im vorigen Jahr miserabel entwickelt. Die Verkehrsleistung ging um 4,3 Prozent zurück. Es wurden also weniger Güter auf der Schiene transportiert statt mehr, wie das der Eigentümer Bund eigentlich wünscht, damit weniger Treibhausgas Kohlendioxid in die Umwelt gepustet wird.

Es sieht auch wirtschaftlich nicht gut aus: Die Sparte rutschte beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf minus 183 Millionen Euro nach einem Plus von 46 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der schwache Ausblick für die kommenden Jahre zwang Lutz, nach den Bilanz-Vorschriften eine Wertberichtigung für DB Cargo vorzunehmen. Die Folge: Eine Sonderabschreibung von 1,3 Milliarden Euro. Für den Konzernumbau wurden zusätzlich 400 Millionen Euro beiseite gelegt.

Nach zwei Sanierungsjahren soll es ab 2018 wieder aufwärts gehen. Vorher, wahrscheinlich im Juni, wird die Bahn schmerzliche Schritte beschließen. Derzeit werden 430 Verladestationen auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft. Wie viele geschlossen werden, sei noch nicht klar, sagt Verkehrsvorstand Berthold Huber. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnt vor einem Stellenabbau.

Zugleich wird für die Bahn das Geschäft mit dem Personenverkehr im Inland schwieriger. Im Regionalverkehr verliert sie bei Ausschreibungen Marktanteile an die Konkurrenz, im Fernverkehr ist sie einem Preiskampf ausgesetzt mit Fernbus, Flugzeug und Privatauto, das sich dank niedrigen Ölpreises zurzeit günstig betanken lässt.

In der Bahn-Bilanz 2015 spiegelt sich das wider: Bei Regio-Zügen und -Bussen ging die Fahrgastzahl um 1,2 Prozent auf 2,5 Milliarden zurück, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sogar um ein Fünftel. Noch bedient die Bahn etwa 80 Prozent des bundesweiten Regionalverkehrs. Aber selbst Huber hofft lediglich darauf, in den kommenden Jahren ein Niveau von 70 Prozent halten zu können.

Der Fernverkehr, der nicht einmal halb so viel Umsatz macht wie DB Regio, gewann zwar im vorigen Jahr fast drei Millionen Fahrgäste hinzu. Er verlor aber rund zwei Prozent Umsatz und gut 22

Prozent beim Ebit. Die Bahn will trotzdem weitermachen mit Sonderaktionen, bei denen sie 19-Euro-Tickets unter die Leute bringt, um ihre Züge zu füllen. Huber will deshalb auch nicht über mögliche Preiserhöhungen zum Jahresende sprechen. Darüber heute zu spekulieren, sei „wirklich viel, viel zu früh“, sagt er. „Wir tun im Moment gut daran, zuzusehen, dass wir möglichst viele Leute in die Züge bekommen.“ Dazu beitragen soll auch eine Offensive für mehr Pünktlichkeit und Service. Die hat schon längst begonnen. Ob sie auch wirkt, wird sich in der nächsten Bilanz zeigen.

Die Bahn in Zahlen

40,5 Milliarden Euro Umsatz (Vorjahr: 39,7 Milliarden Euro) hat die Deutsche Bahn im Geschäftsjahr 2015 gemacht. Das Jahresergebnis liegt bei einem dicken Minus von 1,31 Milliarden Euro (2014: plus 988 Millionen Euro). Ende 2015 hatte der DB-Konzern weltweit 297 202 Mitarbeiter (Vorjahr: 295 763 Mitarbeiter). Im deutschen Schienenverkehr gab es 2,251 Milliarden Fahrgäste (Vorjahr: 2,254 Milliarden). Beförderte Güter im Schienenverkehr: 300,2 Millionen Tonnen (2014: 329,1 Millionen).

Von Bernd Röder

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