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Wirtschaft im Norden Deutsche Bank im Auf und Ab
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21:33 30.09.2016
Dunkle Wolken sind über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main aufgezogen. Quelle: Dedert/dpa

Ein Wechselbad der Gefühle hat die Deutsche Bank gestern erlebt. Offenbar verschreckt die Diskussion um die Kapitalausstattung der Bank mittlerweile erste wichtige Kunden. Börsianer reagierten mit massiven Verkäufen: Gestern Vormittag sackte der Aktienkurs zeitweise um neun Prozent ab und lag damit erstmals unter der Marke von zehn Euro. Im Laufe des Tages entspannte sich die Situation. Hintergrund sind Berichte, einige Hedgefonds in den USA hätten Geschäfte mit der Bank zurückgefahren und Geldbestände aus dem Handelsbereich des Instituts abgezogen. Deutsche- Bank-Manager Barry Bausano sprach von normalen Schwankungen. Es habe in dieser Woche sowohl Zu- als auch Abflüsse gegeben.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan machte Spekulanten für den Absturz verantwortlich, die das Vertrauen in das Institut schwächen wollten. „Unsere Aufgabe ist es nun, dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Außenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst“, schrieb der Manager gestern in einem Brief an die Mitarbeiter. Vertrauen stehe im Bankgeschäft am Anfang von allem. Cryan verwies darauf, dass der Konzern insgesamt mehr als 20 Millionen Kunden habe. Über den Handelsbereich hinaus soll es bislang keine negativen Folgen für die Geschäfte der Bank geben, zitierte die „Financial Times“ einen Insider. Das gelte etwa für das wichtige Transaktionsgeschäft der Bank, bei dem sie für Großkunden weltweit deren Geldverkehr managt. Auch die Unternehmensfinanzierungsbereiche seien nicht betroffen.

„Wir sind und bleiben eine starke Deutsche Bank“, schrieb Cryan. Das Institut erfülle alle aktuellen Eigenkapitalanforderungen und sei beim Umbau im Plan. Die Risiken seien deutlich reduziert worden.

„Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Deutsche Bank, was ihre Bilanz angeht, so sicher wie heute.“ Zudem verfüge die Bank über Liquiditätsreserven von mehr als 215 Milliarden Euro. Das sei ein „komfortabler Puffer“.

Unterstützung erhielt die Bank von Analysten. „Wir glauben, dass die Liquiditätssituation der Bank stabil ist“, schrieb zum Beispiel Experte Jernej Omahen von Goldman Sachs. Er betonte zugleich, die Bank brauche nun dringend gute Nachrichten. Eine kam wie erhofft gestern Nachmittag: Die Deutsche Bank hat eine deutliche Absenkung ihrer Strafzahlung in den USA erreicht. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus mit dem Dossier vertrauten Kreisen erfuhr, soll die Summe von 14 Milliarden Dollar auf 5,4 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) herabgesetzt werden. Dies habe die Bank in Verhandlungen mit dem US-Justizministerium erreicht. Die Einigung werde möglicherweise schon in den nächsten Tagen verkündet. Die ursprüngliche Forderung hatte heftige Spekulationen über einen mögliche Notfallplan der Bundesregierung zur Existenzsicherung der Deutschen Bank ausgelöst, da das Finanzinstitut nicht über die Reserven verfügt, um eine derartig hohe Summe zu zu zahlen. Sie hat 5,5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt. Die Deutsche Bank hatte jedoch von Anfang an erklärt, dass sie die 14 Milliarden Dollar nicht zahlen werde, und auf ihre Verhandlungen mit dem US-Justizministerium gesetzt.

LN

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