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Wirtschaft im Norden Deutsche Werften sind wieder auf Wachstumskurs
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Deutsche Werften sind wieder auf Wachstumskurs
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21:17 25.05.2016
Im deutschen Schiffbau läuft es wieder: Zwei Fregattenneubauten des Typs F125 bei der Werft Blohm+Voss in Hamburg. Quelle: Scholz/dpa
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Hamburg

. Weltweit bricht die Schiffbauindustrie fast zusammen, doch die Geschäfte der deutschen Werften laufen gut. In den ersten vier Monaten des Jahres 2016 gingen bei den heimischen Schiffbauern Aufträge über neun Schiffe im Wert von 1,3 Milliarden Euro ein, teilte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) gestern in Hamburg mit. Darin sind die Bestellungen der malaysischen Genting Group über zehn Schiffe im Wert von 3,5 Milliarden Euro noch nicht enthalten, weil dieser Auftrag erst im Mai erteilt wurde.

Verband VSM: Auftragseingang für Schiffbauer hat sich zuletzt verdoppelt.

Mit insgesamt knapp fünf Milliarden Euro (2015) haben sich die Auftragseingänge deutscher Werften seit 2013 fast verdoppelt. Mit rund 18 000 Mitarbeitern, fast 600 mehr als 2014, ist die Zahl der Beschäftigten bei einheimischen Werften auf Wachstumskurs. „Dieser Erfolg gründet darauf, dass unter unseren aktiven Bestellern viele anspruchsvolle Kunden sind“, sagte VSM-Präsident Harald Fassmer bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Verbandes. „Die hohe Komplexität der hier gefertigten Produkte erfordert eine große Anzahl an hochspezialisierten Experten. Hunderte von Unternehmen mit durchgängig hoher Zuverlässigkeit müssen perfekt koordiniert an einem Strang ziehen, um das Projekt gemeinsam zu einem Erfolg zu führen“, so Fassmer. Diese Strukturen seien in Deutschland über Jahrzehnte nach und nach entstanden und ließen sich nur sehr schwer an anderer Stelle reproduzieren. „Es gibt aber keinen Platz für Selbstzufriedenheit oder für ein Nachlassen in dem Bemühen, immer besser und immer effizienter zu werden. Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um gemeinsam den maritimen Standort Deutschland zu stärken.“

In Zukunft will der Verband das Siegel „Made in Germany“ stärker vermarkten. Auch chinesische Werften drängen auf den Markt und gelten bei den deutschen Schiffbauern als ernstzunehmende Konkurrenz. „Der Bau von Kreuzfahrtschiffen wurde in China zum Staatsziel erklärt“, sagte Fassmer. Er könne sich gut vorstellen, dass bei einem solchen Prestigeprojekt entsprechende finanzielle Möglichkeiten geschaffen werden, die den Kostendruck verringern. Das verschärfe den Wettbewerb.

Auf dem globalen Markt geht es für den Schiffbau seit Jahren bergab. Bis Ende April seien nur 114 Schiffe im Wert von 11,3 Milliarden Euro in Auftrag gegeben worden. Zwischen 2013 und 2015 halbierten sich die Bestelleingänge gemessen an der Zahl der Schiffe. 2015 wurden Aufträge über 1400 Schiffe erteilt, 2013 waren es noch mehr als 2800. Der globale Schiffbau werde normalerweise von den drei Großen China, Korea und Japan dominiert, erklärt der VSM. Die deutsche Zulieferindustrie wickelt aber laut den Zahlen des VDMA seit Jahren über die Hälfte ihres Umsatzes in Europa ab. In der gegenwärtigen globalen Krise sei das ein wichtiger Lichtblick, denn laut dem Branchendienst Clarksons Research gingen mit über sieben Milliarden Dollar rund 63 Prozent des globalen Neubaubestellwerts in diesem Jahr nach Europa. Viele exportorientierte maritime Maschinen- und Anlagenbauer seien allerdings auf die hohen Stückzahlen des Serienschiffbaus angewiesen, sodass der Binnenmarkt den globalen Nachfragekollaps nicht vollständig ausgleichen könne.

„Die Industrie macht ihre Hausaufgaben“, sagte VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. „Aber wir brauchen auch die Unterstützung der Politik. Die Idee einer Maritimen Agenda für Deutschland ist darum eine Riesenchance. Wir benötigen eine verlässliche und ambitionierte Politik, die der Bedeutung der maritimen Wirtschaft gerecht wird.“ Dazu gehöre auch, dass durch die Förderung von Investitionen in die LNG-Technologie (Flüssiggas) Wertschöpfung in Deutschland entstehe.

LN

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