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Wirtschaft im Norden Deutsche sind Spitze bei Verpackungsmüll
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Deutsche sind Spitze bei Verpackungsmüll
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20:10 26.07.2018
KARIKATUR: HARM BENGEN
Berlin

Das machte 18,16 Millionen Tonnen insgesamt – und damit etwa gleich viel wie im Vorjahr, nämlich 0,05 Prozent mehr. Der Verpackungsverbrauch in Deutschland liegt damit weiterhin deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 167,3 Kilo pro Kopf. Knapp die Hälfte, nämlich 47 Prozent, ging auf das Konto privater Verbraucher. Für Umweltschützer ist die Sache klar.

„Wir produzieren viel zu viel Verpackungsmüll – ein trauriger Spitzenplatz in Europa“, kommentierte die Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger, die Zahlen. Müll müsse vermieden werden durch den Verzicht auf unnötige und materialintensive Verpackungen.

Warum fällt überhaupt so viel Verpackungsmüll an? Die Bundesbehörde nennt mehrere Gründe: zusätzliche Funktionen wie Dosierhilfen, kleinere Portionen für Single-Haushalte, den Online-Versandhandel und den Trend zum „To go“-Konsum – also Essen und Trinken zum Mitnehmen in Plastik, Pappe oder Styropor.

In der öffentlichen Debatte ist derzeit vor allem Plastik ein Thema – ausgelöst durch schockierende Bilder verschmutzter Strände und riesiger Müllstrudel im Meer. Pro Kopf ging der Plastik-Verpackungsmüll bei Privatpersonen sogar ein klein wenig zurück auf 24,9 Kilo pro Kopf und Jahr – 2015 waren es 25 Kilo.

Doch das alleine hilft nicht: „Dafür wurden mehr Glas- und Aluminiumverpackungen verwendet, was auf einen Ersatz der Kunststoffverpackungen schließen lässt“, teilte das UBA mit. Gerade Glas und Aluminium seien in der Herstellung aber sehr energieintensiv. „Kunststoff durch andere Verpackungsmaterialien zu ersetzen, ist nicht immer ökologisch sinnvoll“, mahnte Krautzberger. Recycling-

Experte Rolf Buschmann vom BUND erklärte: „Nur im regionalen Vertrieb und im Mehrwegsystem ist Glas aus ökologischen Gesichtspunkten gleichwertig wie Kunststoffe oder besser.“

Einen Schwerpunkt legte das Bundesamt auf ein Problem, das bisher nicht viele auf dem Schirm haben: Verpackungen, die Magnete beinhalten. Der Grund sei, dass Magnete sehr oft das Metall Neodym enthalten, bei dessen Abbau radioaktives Thorium und Uran freigesetzt würden. Solche Magnete werden etwa für wiederverschließbare Pralinen- oder Zigarettenschachteln verwendet.

Dass so viele Verpackungen produziert und weggeworfen werden, ist in Deutschland vor allem ein Problem der Rohstoffverschwendung und des Energieverbrauchs. Mehr als 70 Prozent des deutschen Verpackungsmülls wurden 2016 recycelt. Allerdings waren die Quoten ganz unterschiedlich: 85,5 Prozent bei Glas, 87,9 Prozent bei Alu, 88,7 Prozent bei Papier und Karton und sogar 92,1 Prozent bei Stahl, aber nur 49,7 Prozent bei Kunststoff und 26 Prozent bei Holz.

Von Teresa Dapp

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