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Deutscher Export: Gute Zahlen und ungewisse Aussichten

Deutscher Export: Gute Zahlen und ungewisse Aussichten

Ausfuhren unerwartet kräftig gestiegen – Folgen von US-Wahl und Brexit unklar.

Wiesbaden Deutschlands Exportwirtschaft ist dank starker Geschäfte im August wieder auf Wachstumskurs. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahr unerwartet kräftig um 9,8 Prozent auf 96,5 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Juli waren die Warenexporte noch um zehn Prozent eingebrochen. „Der Außenhandel stellt im August nach den verhagelten Julizahlen nochmals seine Stärke zur Schau“, erläuterte Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. Er warnte zugleich vor zu großem Optimismus: „Das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen.“ Was sind die Herausforderungen für die Exportnation Deutschland – und wo liegen die Chancen?

„Das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. „Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA

Risiken US-Wahl: Wird Donald Trump nächster Präsident der USA? Viele Ökonomen sehen ein solches Szenario mit Sorge und warnen vor wirtschaftlichen Verwerfungen. „Sonst sind die USA eher der sichere Hafen in Krisen, durch Trump könnten sie wie in der Finanzkrise zum Zentrum eines Finanzmarktbebens werden“, sagte Clemens Fuest, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) kürzlich dem „Handelsblatt“.

Brexit: Ab März 2017 soll über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union verhandelt werden. Schon das „No!“ der Briten Ende Juni verpasste der EU als wichtigstem Absatzmarkt für Waren „Made in Germany“ nach BGA-Beobachtungen einen deutlichen Dämpfer. Unabhängig vom Brexit habe sich schon im ersten Halbjahr 2016 eine deutliche Abkühlung der Wirtschaftsbeziehungen mit der Insel abgezeichnet: 2015 stiegen die deutschen Ausfuhren nach Großbritannien noch um 12,3 Prozent, in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres betrug das Plus gerade einmal 0,5 Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält die Unsicherheiten rund um den Brexit für einen der Hauptbelastungsfaktoren für die Weltwirtschaft.

China: Das Riesenreich schwächelt. Von zweistelligen Wachstumsraten, wie sie lange an der Tagesordnung waren, können Deutschlands Exporteure dort derzeit nur träumen. Nach BGA-Einschätzung ist in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen, dass sich die Märkte in China oder Russland erholen.

Chancen

Digitalisierung: Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer mit mehr als einer Million Beschäftigten sehen große Chancen in der Automatisierung der Produktion und der Digitalisierung rund um den Globus. Als Treiber der Entwicklung könnten die Maschinenbauer überproportional davon profitieren, meint der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers. „Trotz großer Herausforderungen müssen wir keine Angst vor der Zukunft haben“, betont auch BGA-Präsident Anton Börner. „Die Welt braucht uns 80 Millionen Deutsche in den Bereichen Ingenieurskunst, technische Lösungen und Vieles mehr. Auch unsere Enkel werden noch riesige Erfolge auf den Weltmärkten haben.“

Ceta/TTip: Impulse erhofft sich die deutsche Wirtschaft von Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada (Ceta) beziehungsweise den USA (TTip). Das Credo des Verbandes BGA:

„Der Schlüssel unseres zukünftigen wirtschaftlichen Erfolges liegt mehr denn je in einem von unsinnigen Barrieren befreiten Welthandel.“ Allerdings erweisen sich gerade die Verhandlungen um TTip als schwierig.

LN

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