Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Deutsches Gold: Schon heimgeholt?
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Deutsches Gold: Schon heimgeholt?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:22 26.08.2017

Viele lesen oft nur Überschriften, um im Bild zu bleiben. Dort hieß es, dass das Gold der Deutschen endlich daheim wäre. Hurra! In Zeiten von Halbwahrheiten stimmt leider auch nur die Hälfte dieser Wahrheit, und die andere Hälfte der 3378 Tonnen Gold verbleibt im Ausland. Nur 1710 Tonnen schlummern in den Bundesbanktresoren, postfaktisch gerundet also 100 Prozent. Man hätte es zum Schuldenabbau nutzen sollen, fordern Papiergeld-Experten. Bei einem Marktwert von 120 Milliarden Euro blieben dann nur noch knapp 1900 Milliarden Euro Schulden übrig, also kaum was.

Wer früher die Heimholung des deutschen Goldes forderte, wurde als Verschwörungstheoretiker verspottet. Und das Gold war wirklich im Ausland! Ob die Bundesbanker ohne Druck vom Steuerzahlerbund und der Initiative „Holt unser Gold heim!“ mit 16000 Unterzeichnern tätig geworden wäre? Keine Ahnung! Wir wissen nur, dass es lediglich vier statt sieben Jahre dauerte, um 674 Tonnen heimzuholen. Was für eine Leistung!

Knapp die Hälfte des Goldes bleibt in New York und London, wo es schnell verkauft beziehungsweise in wertlose Papier-Dollar eingetauscht werden kann – also Wahres gegen Bares. Ob dieses Gold dort noch da ist? Niemand hat es kontrolliert. Ausgerechnet in dieser Woche schaute der US-Finanzminister in Fort Knox vorbei und twitterte, alles sei da und alles sowas von sicher. Sicher!

Wer noch immer am deutschen Goldschatz zweifelt, kann im Frankfurter Geldmuseum einen einzigen der 270000 Goldbarren bestaunen – als Beweis, das Gold sei da. Zumindest die Hälfte. Danke, liebe Bundesbank, dass jetzt die Hälfte meiner statistischen 42 Gramm Gold im Gegenwert von 1470 Euro in Deinem Keller schlafen. Schliefen sie in meinem Keller, schliefe ich noch viel besser.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Franziska Weichert (23) legt bei der Endkontrolle selbst Hand an.

26.08.2017

Tash-Interims-Geschäftsführer Frank Behrens über Veränderungen und Chancen im Ostsee-Tourismus.

26.08.2017

Ein Ende des Wachstums ist nach Einschätzung von Volkswirten nicht in Sicht.

25.08.2017
Anzeige