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Deutschland droht Mangel an Ingenieuren

Onl-luebeck Deutschland droht Mangel an Ingenieuren

Düsseldorf/Lübeck - Der Branchenverband VDI warnt: Der Bedarf ist weit höher als das Angebot. Engpässe auch im Norden.

Lübeck. Deutschland droht ein gravierender Engpass bei Ingenieuren. Trotz der in den vergangenen Jahren stetig gestiegenen Zahl an Hochschulabsolventen in der Zunft sei der Bedarf immer noch weitaus höher als das Angebot, warnte der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gestern in Düsseldorf. Laut VDI waren im September bundesweit 80 500 Ingenieurstellen nicht besetzt.

Nur 23 251 Ingenieure hätten keine Arbeit gehabt, was einer Arbeitslosenquote von unter drei Prozent entspreche. Vor allem in den Sparten Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Energie- und Elektrotechnik fehle es an Fachkräften. Ohne Job seien überwiegend Ingenieure in den Kategorien Bau, Gebäudetechnik, Vermessung.

Zwar hätten 2011 knapp 57 000 Ingenieure ihr Studium abgeschlossen. Das seien 71 Prozent mehr als noch 2002. Zudem wurden zuletzt die Zuwanderung von Fachkräften von außerhalb der EU erleichtert und Hürden bei der Anerkennung der Berufsqualifikation ausländischer Fachkräfte abgesenkt, wie der VDI lobt. „Aber auch diese Schritte reichen nicht aus, um den jetzigen und künftigen Engpass bei Ingenieuren zu beseitigen“, sagte VDI-Direktor Willi Fuchs.

Zudem machten ab 2014 die letzten geburtenstarken Jahrgänge Abitur, warnte Fuchs. Wegen einer dann sinkenden Zahl von Studenten will der VDI verstärkt Frauen für den Ingenieurberuf gewinnen. Ihr Anteil an den erwerbstätigen Ingenieuren in Deutschland liege derzeit nur bei knapp 17 Prozent.

„Der bundesweite Ingenieurmangel ist auch bei uns in der Region bereits zu spüren und wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken“, erklärt Ulrich Hoffmeister, der Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck. „Branchenunabhängig werden insbesondere kleinere, weniger bekannte Unternehmen von dieser Entwicklung betroffen sein.“ Die IHK unterstütze kleinere Firmen bei der Ausbildung zukünftiger Ingenieure in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule.

Großen Bedarf hat die Firma Dräger. „Für 2012 haben wir über 250 Einstellungen geplant. Hohen Bedarf gibt es im Technologie-Bereich, besonders in Forschung und Entwicklung“, erklärt Sprecherin Melanie Kamann. Dräger erhalte jährlich 20 000 Bewerbungen mit insgesamt guter Qualität. 2011 habe Dräger in Deutschland 200 Ingenieure eingestellt. cri

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