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Wirtschaft im Norden Die Deutsche Bahn dreht an der Preisschraube
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11:26 01.10.2013
Die neuen Preise werden zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember eingeführt. Quelle: Kießler
Lübeck

Die Bahn bleibt im Takt. Einmal pro Jahr werden die Fahrpreise erhöht. Fernreisende kommen diesmal etwas besser weg als die Fahrgäste des Nahverkehrs.

Die neuen Preise werden zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember eingeführt. Die Erhöhung beträgt im Durchschnitt 2,9 Prozent im Nahverkehr, die Normalpreise des Fernverkehrs erhöhen sich um 2,5 Prozent.

Eine Ausnahme gibt es für Pendler auf Fernstrecken. Teurer werden auch die Bahncards, kündigte gestern Bahnvorstand Ulrich Homburg an. Zudem steigt der Preis für eine Sitzplatzreservierung um 50 Cent auf 4,50 Euro. Das sind 12,5 Prozent mehr.

Homburg begründete den Aufschlag vor allem mit gestiegenen Personalkosten. Sie seien wegen der Tariferhöhungen im ersten Halbjahr um vier Prozent gestiegen. Auch der höhere Strompreis habe eine Rolle gespielt. Dabei sei die Bahn an langfristige Verträge gebunden und könne nicht von günstigeren Großmarktpreisen profitieren, sagte der Manager.

Der Fahrgastverband Pro Bahn bedauerte die Entscheidung. „Wir hätten es sehr begrüßt, wenn die Deutsche Bahn das Preiskarussell gestoppt hätte“, sagte der Vize- Vorsitzende Gerd Aschoff. Zwar sei unverkennbar, dass die Kosten stiegen. Allerdings dürfe jeder Fahrgast für gutes Geld auch gute Leistung erwarten. „Wir sind aber erleichtert, dass es in diesem Sinne einige Ausnahmen von der Erhöhung gibt, etwa bei Pendlern, ermäßigten Bahncards und hochwassergeschädigten Fahrgästen“, fügte Aschoff hinzu.

Alle Verbindungen, die auf der Strecke von Köln oder Düsseldorf nach Berlin liegen, kosten auch nach dem 15. Dezember so viel wie bisher. Damit reagiere die Bahn auf „die erheblichen Nachteile“, die Fahrgäste seit Juni und noch bis Anfang November hinnehmen müssen. Wegen Hochwasserschäden ist ein Teilstück der Schnellfahrstrecke BerlinHannover gesperrt. Die Umleitungen kosten 30 bis 60 Minuten Fahrzeit.

Nicht von den Preiserhöhungen betroffen sind die Inhaber von Zeitkarten im Fernverkehr und der Bahncard 100, mit der man für 4090 Euro ein Jahr lang alle Züge in der zweiten Klasse nutzen kann.

Damit seien etwa die Hälfte aller Fahrten mit ICE oder IC von den Preiserhöhungen ausgenommen, erklärte die Bahn. Die Bahncard 50 wird dagegen um 2,5 Prozent teurer, der Preis für die Bahncard 25 steigt um 1,6 Prozent.

Der Normalpreis im Fernverkehr steigt im Durchschnitt um 2,5 Prozent. Im Nahverkehr werden die Einzelfahrscheine und Zeitkarten um 3,2 Prozent teurer. Weil einige Ländertickets ihre Preise stabil halten, kommt die Bahn auf ein Plus von insgesamt nur 2,9 Prozent. Damit bleibe das Unternehmen auch in diesem Jahr unter den Erhöhungen der großen deutschen Nahverkehrsverbünde, betonte Homburg.

Bis zum Jahr 1999 gab es bei der Deutschen Bahn Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Das Ost-Niveau wurde schrittweise dem des Westens angeglichen. Seit Ende 2003 hat die Bahn die Preise im Regional- und Fernverkehr teils in verschiedenen Schritten angehoben. In den zehn Jahren bis Ende 2013 wurden Fernstrecken um 36,4 Prozent teurer, Regionalstrecken um 39,3 Prozent.

500 neue Meister: Handwerk ehrt Nachwuchs in der Lübecker MuK
Dass der Meisterbrief nichts von seiner Attraktivität verloren hat, zeigte die 15. gemeinsame Meisterfeier der Handwerkskammern Lübeck und Flensburg. 500 Gesellen der unterschiedlichen Gewerke bestanden in den vergangenen zwölf Monaten die Meisterprüfung. 333 von ihnen kamen zur Meisterfeier in die MuK, um sich ihre Briefe persönlich aus den Händen von Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und den Kammerpräsidenten Horst Kruse und Eberhard Jürgensen abzuholen. „Es ist ein tolles Bild, wenn das Handwerk diese Halle füllt“, sagte Kruse in seiner Begrüßung der über 1200 Gäste. Finanzministerin Heinold bewunderte den Durchhaltewillen der Jungmeister. „Das ist eine Investition in die eigene Zukunft“, sagte sie und betonte die Wichtigkeit des Handwerks in Schleswig- Holstein. Die Wirtschaft würde „ganz wesentlich von den etwa 31 000 Handwerksbetrieben und ihren 155 000 Mitarbeitern geprägt“, sagte die Ministerin.
Dass der Weg zum Meister beschwerlich ist, weiß Dachdeckermeister Florian Nieland (25). Der Stockelsdorfer gehört zu den zehn Jahrgangsbesten: „Ich habe es in zehn Monaten Vollzeit durchgezogen.
Dabei ist das Geld natürlich knapp, trotz Bafög.“ Auch Benjamin Schmitz (30), Kraftfahrzeugtechnikmeister aus Lübeck, gehört zu den Jahrgangsbesten. „Das war der richtige Weg für mich, diese Meisterprüfung zu machen“, sagte er.
Fahrt von Lübeck nach Bremen knapp 1 Euro teurer
Mit den Erhöhungen zum 15. Dezember (2,5 Prozent Fernverkehr, 2,9 Prozent im Nahverkehr) wird zum Beispiel der Preis für eine Fahrt von Lübeck nach Bremen knapp 40 Euro statt bisher 39 Euro betragen, für die 67 Kilometer von Basel nach Freiburg 21 Euro statt bisher 20,50 Euro. Ein Ticket von Frankfurt nach Köln (225 km) kostet dann 71 Euro statt vorher 69 Euro, die Strecke DortmundMünchen 142 Euro statt vorher 139 Euro.

mg

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