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Wirtschaft im Norden Die Stars der Ifa: Fernseher mit Ultra HD
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21:17 31.08.2013

Die Internationale Funkausstellung (Ifa) in Berlin wird auch in diesem Jahr mit Hunderten Neuheiten das Publikum überraschen. Die TV-Gerätehersteller warten mit zahlreichen Innovationen auf. Neben dem Smart-TV gelten als eigentliches Highlight dabei erste Flachbildfernseher mit Ultra-HD-Auflösung. „Ultra HD ist die eigentliche Revolution auf der Ifa“, ist sich Sascha Lange von Toshiba sicher. Dank der neuen Technologie sieht das Fernsehbild selbst bei sehr geringem Sehabstand gestochen scharf aus.

Rund um die Ifa, die an diesem Freitag startet, kommen die ersten Modelle etwa von Samsung, Toshiba und LG in Deutschland auf den Markt. Nach dem Debakel mit 3D-Fernsehen, das anders als von der Branche erwartet nicht zum Liebling der Nutzer avancierte, kann die Industrie eine technologische Erfolgsgeschichte gut gebrauchen. Und der Effekt von Ultra HD ist auf den ersten Blick erkennbar.

„Das Bild wirkt viel plastischer, und selbst der Unterschied zu Full HD ist noch deutlich erkennbar“, sagt Ulrike Kuhlmann, Spezialistin des Fachmagazins „c't“.

Ultra HD — auch UHD oder nach der Zahl der nahezu 4000 waagerechten Pixel auch 4k genannt — stellt das Bild vierfach schärfer dar als Full HD. Auf der gleichen Fläche sind vier Mal mehr Pixel untergebracht. An der Entwicklung des Standards waren neben den Geräteherstellern auch TV-Sender wie die britische BBC, die italienische RAI sowie die japanische NHK beteiligt. Neben dem ultrascharfen Bild hat Ultra HD noch einen zweiten Vorteil. Da die Flachbildfernseher immer größer werden, stoßen sie inzwischen an die Kapazitäten eines durchschnittlichen Wohnzimmers.

Noch bei Full HD muss für ein gutes Bild ein bestimmter Mindestabstand des Betrachters eingehalten werden. Dies ist bei Ultra HD nicht mehr erforderlich. Selbst ganz nah am Display erscheint das Bild des Fernsehers gestochen scharf. Auch wenn die Technologie noch relativ neu ist, bewegen sich die Preise bereits in Bereichen, die dem Premium-Segment aktueller Flachbildfernseher nahe kommen. Ab 4500 Euro werden die Hersteller ihre Flaggschiffe anbieten. Die chinesische Firma Hisense will sogar einen Ultra-HD-Fernseher für 2000 Euro präsentieren. Auch Samsung will den Preiskampf aufnehmen: „Auf der Ifa wird es ein Volks-Produkt in Ultra HD von Samsung geben“, kündigte Samsung-Manager Hans Wienands an.

Die Ifa werde im September wieder starke Impulse setzen, ist sich die Branche sicher. Die Kaufzurückhaltung werde durch neue Produkte abnehmen. „Wir werden das Interesse der Nutzer wieder wecken könne, ist sich Wienands, zugleich Vorsitzender des Fachverbands Consumer Electronics im Branchenverband ZVEI, sicher.

Als spektakulärste Neuigkeit auf der Ifa gilt die Computer-Uhr Galaxy Gear von Samsung, liefern sich doch die Koreaner einen erbitterten Wettkampf mit ihrem US-Rivalen Apple um die Smart Watch. In publikumswirksamer Dosierung hat Samsung tröpfchenweise erste Details durchsickern lassen: Zum Beispiel, dass die Uhr einen berührungsempfindlichen Display mit einer Größe von drei mal drei Zentimetern haben soll, einen Lautsprecher und eine Kamera.

Auf der Ifa werden aber auch ganz praktische Neuerungen präsentiert. Faltenfrei bis in die letzte Kragenecke bügelt das Dampfbügeleisen Tex-Style 775 TP — so verspricht es zumindest der Hersteller Braun. Die Präzisionsspitze hat ein einzigartiges Dampfsystem mit seitlichen Dampfaustrittsöffnungen, die den Dampf ganz nach vorne bringen. AEG legt zur Ifa den Staubsauger „Ultra Silencer“ neu auf. Er soll leiser saugen als die meisten Menschen sprechen. Die neue Samsung-Waschmaschine hat nicht nur ein Fassungsvermögen von zwölf Kilogramm, sondern auch Internetanschluss. Man kann die Maschine also per Smartphone starten. Sie reiht sich damit in den Megatrend „smartes Zuhause“ ein, bei dem künftig intelligente Geräte miteinander und mit dem Nutzer kommunizieren.

Aber auch für heimische Unterhaltung wird auf der Ifa gesorgt. Ein Sessel, eine Videobrille — fertig ist das kleinste 3D-Kino der Welt. Der Sonic Chair von der Designatics Production GmbH lässt in Verbindung mit der Cinemizer OLED Virtual Reality Videobrille von Carl Zeiss den dreidimensionalen Film nicht nur sehen, sondern auch spüren. Verfolgungsjagden, Explosionen — Körperschallwandler erzeugen unhörbar tiefe Frequenzen und lassen so ein Gefühl entstehen, als sei man im Film selbst.

Weltgrößter Branchentreff
Die Ifa in Berlin ist eine der ältesten deutschen Industriemessen. Was 1924 bescheiden als Funkausstellung begann, gilt heute flächenmäßig als weltgrößter Branchentreff der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Die 53. Auflage geht offiziell vom 6. bis 11. September. Eine Ausstellerzahl haben die Veranstalter noch nicht bekannt gegeben. Im vergangenen Jahr waren es 1439, auf einer Fläche von rund 142 000 Quadratmetern. Auf der jährlichen Messe ordert der Handel vor allem für das Weihnachtsgeschäft. Im vergangenen Jahr belief sich die geschätzte Auftragssumme auf 3,8 Milliarden Euro. Rund 240 000 Menschen strömten durch die Hallen, mehr als die Hälfte davon Fachbesucher. Die Elektronik-Messe ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet an der Tageskasse 17 Euro, ermäßigt zwölf.

dpa/tje

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