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Wirtschaft im Norden Die Zahl der Geldautomaten sinkt
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18:17 28.04.2018
Geld ziehen aus dem Automaten – für viele Menschen in der Region Lübeck sind die Maschinen noch unverzichtbar. Quelle: Foto: Felix König
Lübeck

Das Betreiben eines Geldautomaten koste zwischen 20 000 und 25 000 Euro im Jahr, schätzen Experten, Geld, das erst einmal verdient werden müsse. Eine ernste Konkurrenz für die Geldautomaten sind bargeldlose Bezahlsysteme mit Karte oder Handy-App, die in Zukunft immer mehr Zulauf bekommen werden.

Kreditinstitute in der Region Lübeck setzen zwar auch auf moderne Zahlsysteme, dennoch messen sie den Geldautomaten weiterhin große Bedeutung bei. „Sowohl an frequenzstarken Orten, etwa Einkaufszentren oder Innenstädten, als auch an touristisch wichtigen Standorten werden die Geldautomaten gut genutzt. Wir haben in den letzten Jahren neue Geräte aufgestellt“, sagt Björn Lüth von der Sparkasse Holstein. Vor fünf Jahren habe man 103 Geldautomaten an 70 Standorten betrieben, heute seien es 114 Automaten, davon 29 mit zusätzlicher Einzahlfunktion, an 79 Standorten.

Bei der Sparkasse zu Lübeck sei die Zahl der Geldautomaten in den vergangenen Jahren gleich geblieben, erklärt Sprecherin Maren Lange. Aktuell seien es 46 Automaten, eine Reduzierung sei zurzeit nicht geplant. Im Gegenteil, neue Standorte im Hochschulstadtteil und in Travemünde seien vorgesehen. Man suche ständig die besten Standorte für die Kunden und stelle den Kosten- und Nutzenfaktor auch immer wieder auf den Prüfstand. „Die Verfügungen von unseren Geldautomaten sind in 2017 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal leicht angestiegen. Daraus lässt sich folgern, dass der Bargeldbedarf unserer Kunden weiterhin besteht“, sagt Lange.

„Für uns sind Geldautomaten kein Geschäftsmodell, sondern in erster Linie ein Serviceangebot an unsere Mitglieder und Kunden“, sagt Michael Brandt, Vorstandsmitglied der Volksbank Lübeck. Die Unterhaltung von Geldautomaten sei kostspielig, dennoch sei die Versorgung mit Bargeld immer noch eine der zentralen Aufgaben einer Bank. Da die Geräte nach wie vor stark genutzt werden, hat sich die Anzahl der Geldautomaten in den vergangenen Jahren daher auch so gut wie nicht verändert, so Brandt.

Die Commerzbank hat bundesweit 2427 Geldautomaten, davon im Raum Lübeck 42, diese Zahl sei seit längerem konstant. „An der Gesamtanzahl unserer Geräte wird sich momentan nichts ändern. Natürlich überprüfen wir unsere Standorte regelmäßig, dies kann in Einzelfällen zu Änderungen führen“, sagt Sprecherin Dagmar Baier. Die Deutschen seien nach wie vor sehr „Bargeld-affin“.

Die Deutsche Bank betreibt bundesweit etwa 1900 Geldautomaten. 54 Geldautomaten sind es in der Region Lübeck, davon 28 in der Stadt Lübeck. „Änderungen sind aktuell nicht geplant“, erklärt Sprecher Christian Hotz.

Alle Kreditinstitute registrieren aber, dass bargeldloses Zahlen im Kommen ist. „Die Gewohnheiten der Menschen beim Bezahlen ändern sich langsam, aber stetig. Das sehen wir auch bei unseren Lübecker Kunden“, sagt Tim-Philip Wegner, verantwortlich für Privatkunden der Deutschen Bank in der Region Lübeck. „Neben Kartenzahlungen gewinnen insbesondere die Bezahl-Möglichkeiten über Smartphones immer mehr Anhänger“, sagt Wegner.

Höhepunkt überschritten

Der erste deutsche Geldautomat ging 1968 in Tübingen (Baden-Württemberg) in Betrieb, 1994 waren es dann bundesweit 29 400. Bis 2015 wurde die Zahl mehr als verdoppelt, doch allein von 2016 auf 2017 wurden 1600 Automaten wieder abgebaut. Nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft – des Dachverbands der deutschen Banken – gab es Ende 2017 noch knapp 58400 Geldautomaten in Deutschland.

Der Höhepunkt wurde mit 61 100 Maschinen im Jahr 2015 überschritten.

Christian Risch

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