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Die neuen Azubis legen los: Mehr Stellen als Bewerber

Lübeck Die neuen Azubis legen los: Mehr Stellen als Bewerber

Ob im Handwerksbetrieb, in der Bank oder im Einzelhandel: Überall sind am Montag junge Menschen ins Berufsleben gestartet. Betriebe haben es immer schwerer, qualifizierte junge Menschen zu finden.

Für Merlin Klindt (21, Foto) ist es schon die zweite Ausbildung, er lernt nach der Lehre zum Kfz-Mechatroniker jetzt im Citti-Markt. Viele Betriebe suchen noch händeringend nach Bewerbern. 1272 Stellen sind laut der Agentur für Arbeit in Lübeck und Ostholstein unbesetzt.

Quelle: Felix König

Lübeck. Nervös rückt Luca Krumbeck seine Krawatte zurecht und streicht das blaue Sakko glatt. Noch ist es ungewohnt für den 19-Jährigen, dass er jeden Tag einen Anzug tragen muss. „Nach fünf Jahren merken Sie das gar nicht mehr“, sagt Ralf Heinz, Leiter der Personalabteilung der Sparkasse zu Lübeck. Krumbeck hat dort gestern seine Ausbildung zum Bankkaufmann begonnen. „Im Januar habe ich meine Bewerbung losgeschickt“, erinnert sich der Abiturient, „das wirtschaftliche Denken hat mich schon in der Schule fasziniert.“ Doch der Weg zum Ausbildungsplatz war lang. Luca Krumbeck musste einen Online-Test absolvieren und zeigen, dass er sich in Geografie, Politik und Wirtschaft auskennt. Er musste im Vorstellungsgespräch zwei Stunden lang überzeugen und einen weiteren Test bestehen.

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Betriebe haben es immer schwerer, qualifizierte junge Menschen zu finden.

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„Wir haben einen gewissen Anspruch an unsere Auszubildenden. Aber es wird immer schwieriger, genügend junge Leute zu finden“, sagt Ralf Heinz. Das Qualitätsniveau sei gesunken, die Anzahl der Studenten gestiegen und der Beruf des Bankkaufmanns habe an Attraktivität verloren, sagt der Personalchef. Und auch bei der Industrie- und Handelskammer ist die Tendenz eindeutig. „Seit einigen Jahren gibt es deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Der doppelte Abiturjahrgang fängt es in diesem Jahr etwas auf“, sagt Ulrich Hoffmeister, Bereichsleiter für Aus- und Weiterbildung. 2940 Arbeitsverträge wurden 2016 bereits unterschrieben. 4000 sollen es bis Ende September werden.

Auch im Citti-Markt in Lübeck schaut man sich die Bewerber genau an. „Manchmal wartet man lieber länger und findet dafür den wirklich passenden“, sagt der stellvertretende Marktleiter Marcel Dahm. So war es bei Merlin Klindt. Der 21-Jährige hat sich vor drei Monaten beworben und sofort überzeugt. „Vielleicht weil ich in meiner ersten Ausbildung recht gute Noten hatte und auch sonst schon ein bisschen erwachsener bin“, sagt er. Nach seiner Lehre zum Kfz-Mechatroniker will er nun Einzelhandelskaufmann werden. Alle drei Monate wechselt er dazu die Abteilung, Start ist bei den Süßwaren.

„Naschen tut doch jeder gerne, da fühlt man sich wohl“, sagt er. Dass es für Arbeitssuchende einfacher ist, den passenden Arbeitsplatz zu finden, kann Merlin Klindt nicht bestätigen. „Im Gegenteil, in meinem Bekanntenkreis war es für viele sehr schwierig“, erzählt er.

Auch für Julian Malmen war es nicht einfach, eine Stelle als Zimmermann zu finden. „Ich habe vier Bewerbungen losgeschickt. Es kamen drei Absagen“, erzählt er. Die vierte Firma gab ihm zwar eine mündliche Zusage, doch auf eine schriftliche Bestätigung wartete der 18-Jährige vergebens. „Dann hat der Vater eines Freundes mir die Stelle bei Cavier und Sohn vermittelt. Ich habe ein Praktikum gemacht, und dann hat alles geklappt.“ Für die Arbeit beim Dachdeckerbetrieb muss er sogar früher aufstehen als noch zu Schulzeiten. Schon um 6.15 Uhr ist Arbeitsbeginn. „Macht aber nichts. Dafür macht es Spaß, ich habe schon immer gerne handwerklich gearbeitet“, erzählt der Lübecker.

23 Prozent freie Stellen

3569 Ausbildungsstellen wurden der Agentur für Arbeit in diesem Jahr für Lübeck und Ostholstein gemeldet, das sind 148 mehr als im Vorjahr. Rund 23 Prozent der Stellen sind bisher noch unbesetzt.

Die beliebtesten Berufswünsche sind Verkäufer und Kaufmann im Einzelhandel. In Lübeck werden Verkäufer, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk und Elektroniker besonders gesucht. In Ostholstein sind insbesondere Stellen im Hotelgewerbe frei. Zudem werden 61 Koch-Azubis gesucht.

 Maike Wegner

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