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Wirtschaft im Norden „Die schonendste Art zu fischen“
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11:23 01.04.2016

Berlin Christel Happach-Kasan, die Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes, spricht im LN-Interview über das geplante umstrittene Angelverbot im Fehmarnbelt.

Warum laufen die beiden großen Verbände — Ihr Deutscher Angelfischerverband (DAFV) sowie der Deutsche Fischerei Verband (DFV) — Sturm gegen das Angelverbot in den sechs geplanten Schutzgebieten in Nord- und Ostsee? Sind Sie gegen Naturschutz?

Christel Happach-Kasan: Wir sind nicht dagegen, dass bestimmte Meeresgebiete unter Schutz gestellt werden. Die Frage ist nur, ob die Schutzziele durch ein generelles Angelverbot erreicht werden. Das ist ganz klar nicht der Fall. Angeln ist die schonendste Art zu fischen. Es kommt dabei nicht zu Grundberührungen, Riffe werden nicht beschädigt und es gibt keinen Beifang.

Aber auch Angler greifen in die Natur ein.

Happach-Kasan: Klar, aber was gefangen wird, landet sozusagen direkt in der Pfanne, wird verzehrt. Dass die Fischbestände in Nord- und Ostsee durch Freizeitfischer nicht negativ beeinträchtigt werden, zeigt etwa die Zunahme der Robbenbestände. Ohne ausreichend Nahrung würden sie sich nicht vermehren. Und vergessen Sie nicht, wie viele Tausend Touristen zum Angeln an die See kommen.

Doch Umweltministerin Barbara Hendricks sowie Umweltverbände pochen auf ein Angelverbot in den Schutzzonen?

Happach-Kasan: Damit steht die Umweltministerin allerdings im Kabinett ziemlich allein. Sowohl der Bundeslandwirtschaftsminister als auch die zuständigen Länderminister sind gegen ein allgemeines Angelverbot in den Schutzgebieten.

Es gibt die Forderung, auch das, was die Freizeitangler fischen, auf die Fangquoten anzurechnen. Sinnvoll?

Happach-Kasan: Nein, das würde bei 160 000 Ostseeanglern einen riesigen Kontrollaufwand bedeuten. Wir schlagen als Maßnahme zum Aufbau der Dorschbestände in der Ostsee vor, laichende Dorsche zu schützen. Das lässt sich gut kontrollieren. Interview: Reinhard Zweigler

LN

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