Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Diesel-Affäre: Ex-Audi-Manager festgenommen
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Diesel-Affäre: Ex-Audi-Manager festgenommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:16 07.07.2017
Anzeige
München

. Bei den Ermittlungen gegen Audi in der Diesel-Affäre ist erstmals in Deutschland ein Beschuldigter festgenommen worden. Ihm werden Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen, bestätigte die Staatsanwaltschaft München II. Der Mann sei am Montag festgenommen worden und sitze in Untersuchungshaft. Wer er ist, welche Rolle er in der Diesel-Affäre spielt und was ihm genau vorgeworfen wird, wollte die Behördensprecherin nicht sagen.

Laut „Spiegel Online“ und „Bild“ handelt es sich um einen ehemaligen Manager der VW- Tochter Audi, der bis 2015 ein Team von Ingenieuren geleitet haben soll, das für die Abgaskontrollsysteme der Modelle für den US-Markt zuständig war. Gegen den 60-jährigen Italiener hätten zudem die US-Behörden Strafanzeige gestellt. Sie werfen ihm Verschwörung zum Betrug und Verstöße gegen US-Umweltrecht vor.

Er soll Teil der Verschwörung gewesen sein, bei der der vorsätzliche Abgasbetrug und damit die Verletzung des Luftreinhaltegesetzes beschlossen und angeordnet wurde. VW räumte die Manipulationen nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden im September 2015 ein und musste bereits 22,6 Milliarden Euro an Rechtskosten zur Beilegung von Klagen in Nordamerika wegen der Affäre verbuchen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte Mitte März ein Verfahren wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung bei Audi eingeleitet. Dabei ging es zunächst um Abgas-Manipulationen in den USA, später wurde es auch auf Fahrzeugverkäufe in Deutschland und Europa ausgeweitet. Während die strafrechtliche Verfolgung in den USA mit den Vergleichen auf Konzernebene beigelegt wurde, versuchen die dortigen Behörden weiter mit Nachdruck, persönlich Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Der nun ins Visier geratene Ex-Audi-Manager ist bereits der achte Mitarbeiter des VW-Konzerns, gegen den das US-Justizministerium Strafanzeige gestellt hat.

Einer wurde Anfang des Jahres in Florida verhaftet und wartet derzeit in Haft auf den Beginn seines Strafprozesses. Ein weiterer hatte im September 2016 ein Schuldgeständnis abgegeben und einen Kronzeugen-Deal ausgehandelt. Er befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuß und erwartet seine Urteilsverkündung.

Die anderen vermutet die US- Justiz in Deutschland, von wo ihnen keine Auslieferung droht. Ohnehin ist der Skandal, von dem weltweit elf Millionen Dieselwagen betroffen waren, für VW und Audi noch nicht ausgestanden. In Deutschland ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen des Verdachts auf Betrug.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Heinold und Kubicki beurteilen die Verkaufsaussichten ganz unterschiedlich.

07.07.2017

Teure Rechnung für Flugausfälle und Verspätungen.

07.07.2017

Die Stiftung Naturschutz will die Ausbreitung der giftigen Pflanze mit neuer Methode stoppen.

08.07.2017
Anzeige