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Wirtschaft im Norden Dorsch-Fischer fürchten Preissturz
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Dorsch-Fischer fürchten Preissturz
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20:12 19.12.2015
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Sassnitz

Die deutschen Ostseefischer rechnen nach dem Verlust des MSC-Siegels für den Dorsch in der östlichen Ostsee mit deutlichen Preisrückgängen. Der Absatz als Tiefkühlware werde sich nach der Aberkennung des Ökosiegels voraussichtlich verschlechtern, sagte gestern Kai-Arne Schmidt, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Nord- und Ostseefischer.

„Die Aberkennung des Siegels hat uns kalt erwischt.“

Der Marine Stewardship Council hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Bestände nicht mehr den strengen Anforderungen des MSC-Standards entsprechen und das Siegel eingezogen. Handelsketten wie Edeka verkaufen fast ausschließlich nur noch MSC-zertifizierten Tiefkühlfisch. Das Siegel garantiert eine nachhaltige Fischerei und stabile Bestände. Neben deutschen Fischern fangen Polen, Litauer, Schweden und Dänen Dorsch in der Ostsee östlich von Bornholm. Auch sie sind von dem Verlust des Ökosiegels betroffen.

Schmidt warf der Wissenschaft vor, durch falsche Berechnungen dafür gesorgt zu haben, dass dem Marine Stewardship Council (MSC) keine sicheren Datenreihen mehr vorgelegen hätten. Verschärft habe sich die Situation im Oktober, als die EU die Dorschquote für 2016 lediglich um 20 Prozent gesenkt habe, statt um 50 Prozent wie von der Wissenschaft vorgeschlagen. Bei 50 Prozent wäre eine Aberkennung des Siegels vielleicht nicht erfolgt. „Wenn die Politik und Forschung Mist bauen, muss es jetzt die Fischerei ausbaden“, sagte Schmidt. Von den 112 Schiffen der in Cuxhaven beheimateten Erzeugergemeinschaft haben 40 ihre Fanggründe in der östlichen Ostsee. Nach Angaben des Thünen-Instituts für Ostseefischerei haben fehlende größere Salzwassereinströme und damit natürliche Prozesse dafür gesorgt, dass der Bestand der Dorsche in der östlichen Ostsee zurückgegangen sei. Die Erzeugergemeinschaft hatte vor vier Jahren 60 000 Euro für die Zertifizierung bezahlt.

LN

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