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Wirtschaft im Norden Dorsch-Quote: Ostseefischer in Sorge
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Dorsch-Quote: Ostseefischer in Sorge
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21:12 03.06.2016
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Kiel

. Wegen einer drohenden Absenkung der Dorschquote in der westlichen Ostsee bangen zahlreiche Küstenfischer um ihre Existenz. „90 bis 95 Prozent der Fischer wären vom Aus bedroht“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende des Fischereiverbands, Benjamin Schmöde, zur aktuellen Empfehlung des internationalen Rats für Meeresforschung (ICES).

Die Empfehlung des Gremiums von Ende Mai sieht für 2017 ein Absenken der Quote um mindestens 85 Prozent vor. Auf dieser Basis legen ab Sommer EU-Kommission und Ministerrat die Fangmengen fest.

Landesfischereiminister Robert Habeck (Grüne) äußerte sich besorgt zum nun festgestellten Rückgang des Dorsches: „Die Situation ist ohne Zweifel existenziell.“ Mit Blick auf die Betriebe gelte es nun, zu überlegen, „wie man die Lasten auf alle Schultern gleichmäßig verteilt“. Die künftig wahrscheinlich deutlich niedrigere Quote könne „für die Fischerei Ähnliches bedeuten wie die Milchkrise für die Bauern“, teilte Habeck mit. „Nur, dass es hier keine Übermenge gibt, sondern einen dramatischen Einbruch der Bestände.“

Gleichzeitig ist es Habeck zufolge aber auch wichtig, dass der Dorsch geschont wird. Denn anstatt der – wegen starker sauerstoffreicher Salzwasser-Ströme – erwarteten Erholung der Dorschbestände in der Ostsee registrierte das ICES überraschenderweise einen nahezu vollständigen Ausfall des Nachwuchsjahrgangs. In der deutschen und dänischen Ostsee sei der „schlechteste Wert seit Messbeginn im Jahr 1994“ aufgezeichnet worden, sagte Fischereibiologe Christopher Zimmermann, Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei. Woran das liegt, sei unklar.

Klar ist: Dorsch stellt als „Brotfisch“ die wichtigste Einkommensquelle der Fischer auf den mehr als 400 Kuttern und Booten an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste dar.

LN

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