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Wirtschaft im Norden Down Under: Aus für Autobranche
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18:12 21.10.2017
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Adelaide

. Nach 69 Jahren Autobau hat jetzt das letzte Autowerk Australiens zugemacht. Der zum Konzern General Motors gehörende Autobauer Holden produzierte als letzter verbliebener Hersteller Autos im südaustralischen Adelaide. Das letzte Auto rollte am Freitag vom Band. Er soll in ein Museum kommen. GM verkauft die Holden-Modelle in anderen Ländern unter der Marke Chevrolet. Durch die Schließung verloren 995 Menschen ihre Jobs. Die Produktion in Adelaide wurde bereits seit 2013 zurückgefahren, rund 5000 Arbeitsplätze sind insgesamt weggefallen. Laut dem Regionalchef der australischen Fabrikarbeitergewerkschaft AMWU sei die Schließung ein Zeichen dafür, dass die australische Regierung die Autoindustrie nicht mehr unterstütze.

Anfang Oktober hatte der japanische Autokonzern Toyota nach mehr als einem halben Jahrhundert seine Produktion in Australien eingestellt. Auch der US-Autokonzern Ford hatte sein letztes Werk dort bereits dicht gemacht.

Gründe dafür, dass Autos bauen in Australien teuer ist, sieht Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen, neben relativ hohen Löhnen in der Struktur der Industrie: „Kleine Werke, die überwiegend ältere Fahrzeugmodelle in kleineren Stückzahlen produziert haben.“ Hinzu kämen relativ hohe Zuliefererpreise, weil dort ebenfalls kleinteilig produziert werde. Die Importzölle auf Autos lägen bei nur fünf Prozent. Da sei es für Konzerne billiger, Autos woanders zu bauen und nach Down Under zu importieren.

Die Regierung hat 2,5 Milliarden Australische Dollar (1,7 Milliarden Euro) bereitgestellt, um einen Strukturwandel in der Automobilindustrie zu unterstützen und eine Reihe von Programmen aufgelegt, um ehemaligen Auto-Arbeitern unter die Arme zu greifen.

LN

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