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Dräger muss in allen Bereichen sparen

Lübeck Dräger muss in allen Bereichen sparen

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Blick vom Behördenhochhaus auf die moderne Zentrale von Dräger: Das Unternehmen muss seine Ausgaben senken.

Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Lübeck. Ja, es gab auch einige Lichtblicke im vergangenen Jahr, sagte Stefan Dräger. Da wäre zum Beispiel der Rekordumsatz im vierten Quartal zu nennen oder die „solide Umsatzsteigerung“ in „unserem Kernmarkt in Europa“. Südeuropa habe sich positiv entwickelt, auch das „starke Abschneiden“ in Deutschland gehöre dazu. „Unser Geschäftsmodell ist also intakt, auch in einem schwierigen Umfeld. Unsere Märkte bleiben langfristig Wachstumsmärkte“, folgerte der Vorstandsvorsitzende der Drägerwerk AG gestern in Lübeck.

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Ja, es gab auch einige Lichtblicke im vergangenen Jahr, sagte Stefan Dräger. Da wäre zum Beispiel der Rekordumsatz im vierten Quartal zu nennen oder die „solide ...

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Schöne Aussichten eigentlich, wenn da nicht die andere, dunkle Seite wäre, die zur schwachen Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten 2015 führte. „Der Wachstumsmotor Asien-Pazifik ist ins Stottern geraten, in China ist unser Umsatz erstmals zurückgegangen“, erklärte Dräger. Auch in der Region Amerika war die Entwicklung enttäuschend, die Schwäche von Brasilien und Mexiko spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Geschäft mit der Sicherheitstechnik litt stark unter einem Rückgang der Investitionen, bedingt durch den Ölpreisverfall. „Und wir spüren die Krise des Kohlebergbaus in China.

Im Herbst wurden dort 100000 Kohlearbeiter entlassen. Denen geht es wirklich schlecht“, sagte Dräger. Und das spürt das Lübecker Unternehmen direkt — beim Verkauf etwa von Atemschutzmasken und Gasmesstechnik.

Auch als eine Reaktion auf die nachlassende Dynamik in wichtigen Märkten wolle man die eigene Effizienz steigern, erläuterte Vorstand Anton Schrofner. Dräger reduziere die Zahl der regionalen Geschäftseinheiten weltweit auf sechs, die operative Verantwortung werde von der Zentrale in die lokalen Einheiten verlagert. Ideen sollen schneller umgesetzt und Produkte rascher auf den Markt gebracht werden. Eine Konsequenz aus dem Schwächeln der Schwellenländer könne sein, dort einfachere und billigere Geräte anzubieten, um den Absatz wieder anzukurbeln, sagte Stefan Dräger.

Personalvorstand Reiner Piske, seit November 2015 im Unternehmen, erklärte, man strebe im Rahmen des Effizienzprogramms „Fit for growth“ kurzfristig eine Reduzierung der Material- und Sachkosten an.

Insgesamt habe man dafür 250 Maßnahmen definiert, die zu deutlichen Einsparungen führen sollen. Die Reisekosten, die Ausgaben für externe Dienstleister und für Messen sollen überprüft werden, auch die verlängerte Zahlungsfrist von 45 Tagen gehört zu dem Paket (die LN berichteten).

Wichtigster Einzelpunkt der Sparmaßnahmen: Bis Ende des Jahres sollen 150 Stellen im Ausland und 200 in Lübeck abgebaut werden, möglichst sozialverträglich und mit attraktiven Abfindungen. Dazu habe man ein Programm aufgelegt, das auf „doppelter Freiwilligkeit“ beruhe, erklärte Piske.

Noch scheint die angestrebte Zahl in weiter Ferne, bisher wurden erst 40 Aufhebungsverträge unterschrieben. Ende April will der Vorstand Bilanz ziehen und über nötige weitere Maßnahmen beraten. Es könnte sein, dass der Stellenabbau noch umfangreicher ausfällt. „Aus heutiger Sicht ist dieses Ziel von 200 Stellen genau richtig. Es gibt keinen Grund, das zu verschärfen oder zu lockern“, sagte Stefan Dräger. „Aber das Jahr ist noch jung. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir das ändern müssen.“

Kennzahlen der Bilanz

13 936 Mitarbeiter waren Ende 2015 bei Dräger beschäftigt (plus 1,4 Prozent), davon 5100 in Lübeck. 2,6 Milliarden Euro betrug der Umsatz (plus 2,9 Prozent). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag aber nur noch bei 66,7 Millionen Euro (minus 62,7 Prozent). Der Umsatz in der Medizintechnik ist mit 1,7 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie in der Sicherheitstechnik mit 910 Millionen Euro. 70 Millionen Euro investiert Dräger in die neue Zukunftsfabrik in der Revalstraße.

Von Christian Risch

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