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Dräger und UKSH wollen langfristig zusammenarbeiten

Lübeck Dräger und UKSH wollen langfristig zusammenarbeiten

Zwei Schwergewichte aus Schleswig-Holstein setzen auf eine langfristige Zusammenarbeit: Die Drägerwerk AG, das größte Industrieunternehmen des Landes, wird weiterhin die Medizintechnik des Universitätsklinikums SchleswigHolstein (UKSH), dem wiederum größten Arbeitgeber des Landes, bewirtschaften.

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Der Dräger-Vorstandsvorsitzende Stefan Dräger (r.) zeigt UKSH-Chef Jens Scholz einen OP-Arbeitsplatz. FOTOS: ULF-KERSTEN NEELSEN, FREEPIC

Lübeck. Die Lübecker setzten sich in einem europaweiten Vergabeverfahren durch.

In beiden Unternehmen arbeiten ähnlich viele Mitarbeiter

Mehr als 13000 Menschen arbeiten beim Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in 80 Kliniken und Instituten. Es ist damit der größte Arbeitgeber des Landes. Als einziger Maximalversorger deckt es das ganze medizinische Leistungsspektrum ab. Dräger zählt ähnlich viele Mitarbeiter – allerdings weltweit. Das 1889 gegründete Familienunternehmen ist in mehr als 190 Ländern vertreten.

„Wir haben eine große Partnerschaft zu verkünden“, sagte der UKSH-Vorstandsvorsitzende Prof. Jens Scholz gestern bei der Vertragsunterzeichnung in Lübeck. „Zweimal Top 1 in Schleswig-Holstein haben sich hier zusammengeschlossen.“ Dräger wird die mehr als 45000 medizintechnischen Geräte, die das UKSH an den Standorten Lübeck und Kiel im Einsatz hat, warten und bewirtschaften – von der Infusionspumpe bis zum Hochleistungstomografen. Es sei gut, zu wissen, „dass das Funktionieren unserer hochsensiblen Technik in der Verantwortung unseres unmittelbaren Nachbarn liegt“, sagte Scholz.

„Denn kurze Wege bringen schnelle Lösungen.“

Dräger und das UKSH arbeiten in dem Bereich bereits seit 2010 zusammen. Damals hätten sie mit der Partnerschaft „gemeinschaftlich Neuland“ betreten, berichtete der Krankenhauschef. „Denn unsere Medizinprodukte sind nicht nur von Dräger, sondern von unterschiedlichen Herstellern.“ Die Frage sei gewesen, ob sich das Unternehmen trotzdem um alles würde kümmern können. Der Versuch sei gelungen.

So seien der Gerätepark des UKSH optimiert und die Qualitätsstandards erhöht worden. „Anfangs hatten wir viele alte Geräte im Keller stehen, die gar nicht mehr in Betrieb waren“, sagte Scholz. „Mit Dräger haben wir dann eine Ist-Analyse gemacht und geschaut, was wir wirklich brauchen.“

Der neue Vertrag zwischen den beiden Großunternehmen läuft über fünf Jahre mit der Option, ihn zweimal für zwei Jahre zu verlängern. „Wenn alles gut läuft, könnte die Partnerschaft also weitere neun Jahre bestehen“, sagte Scholz. Bei der Entscheidung für Dräger hätte neben der Erfahrung und der guten Qualität auch der Preis eine entscheidende Rolle gespielt. „Damit sind wir sehr zufrieden“, verkündete Scholz. Wie groß das Auftragsvolumen genau ist, wollen beide Parteien aber nicht verraten. In der Ausschreibung sei eine Summe von 75 Millionen Euro für die fünf Jahre als Richtwert genannt worden, berichtete der UKSH-Chef. Ziel sei es immer, darunter zu bleiben. Und offensichtlich ist das dem Krankenhaus zusammen mit Dräger auch gelungen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir den Gerätepark des UKSH weiter bewirtschaften können“, sagte Stefan Dräger, der Vorstandsvorsitzende der Drägerwerk AG. Die Anforderungen hätten sich seit 2010 aber verändert. Vor allem das Thema Cybersicherheit spiele eine immer größere Rolle. Deshalb solle ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit das Risikomanagement und der Schutz vor Cyberangriffen sein. Auch beim geplanten Umbau soll Dräger das UKSH unterstützen. Bis Mitte 2018 entsteht auf dem Lübecker Campus ein Neubau, das Krankenhaus wächst dadurch um 65000 Quadratmeter (die LN berichteten). Für die Ausstattung der neuen Räume ist es laut Scholz wichtig, einen Partner zur Beratung zu haben.

 Janina Dietrich

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