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Wirtschaft im Norden Dräger wächst wieder und erhöht Dividende
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Dräger wächst wieder und erhöht Dividende
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18:58 08.03.2018
Der Umsatz wuchs gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 2,572 Milliarden Euro. Quelle: dpa
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Beide Sparten des Unternehmens legten zu, wobei das Wachstum in der Sicherheitstechnik diesmal stärker ausfiel. In diesem Bereich habe man „noch viel Potenzial überall in der Welt“, sagte Dräger. „Besonders erfolgreich sind wir mit unseren Serviceleistungen. Wenn etwa eine Chemieanlage betrieben wird, braucht man Fachkräfte, die die Anlage warten und reinigen. Wir liefern die gesamte Sicherheitsausrüstung für die Mitarbeiter, wir bilden die Mitarbeiter aus, überwachen die Durchführung der Arbeiten. Dieses Geschäft ist sehr schön gewachsen im vergangenen Jahr“, erklärte der Firmenchef. Ein Beispiel: Bei der BASF in Ludwigshafen habe Dräger ständig 80 Mitarbeiter auf dem Werksgelände, die für die Sicherheit zuständig seien. „Bei vielen Kunden sind wir auch über die Projekte hinaus im Tagesgeschäft eng in die Sicherheitskonzepte eingebunden“, sagte Finanzvorstand Gert-Hartwig Lescow. „Auch aus Finanzsicht ist das sehr schön, weil es Stabilität gibt. Damit sind wir nicht nur vom Produktgeschäft abhängig.“

In der Medizintechnik ist der „Babyleo“ sehr erfolgreich. Das neue Babywärmegerät (Inkuwarmer) kann sowohl für offene als auch geschlossene Pflege verwendet werden. „Auch durch die einfache Benutzung ist es das weltweit führende Gerät am Markt und verkauft sich auch sehr gut“, sagte Dräger.

Beim Auftragseingang erreichte Dräger den stärksten Zuwachs der vergangenen Jahre – nominal plus 3,0 Prozent auf 2,614 Milliarden Euro. „Wir wollen wieder Innovationsführer werden“, kündigte der Vorstandschef an. Dazu sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die 2017 bei 235 Millionen Euro lagen, auf 245 bis 260 Millionen gesteigert werden. Der Anteil des Umsatzes in der Medizintechnik mit neuen Produkten liege zurzeit bei 24 Prozent. „Bis Ende 2020 wollen wir das auf über 28 Prozent steigern.“ Weltweit arbeiten 1400 Dräger-Mitarbeiter an neuen Produkten. Auch diese Zahl solle gesteigert werden, sagte Lescow.

Das Effizienzprogramm, das auch mit dem Abbau von 500 Stellen (200 in Lübeck) – insbesondere in der Verwaltung – verbunden war, sei abgeschlossen. „Wir haben uns Ende 2015 vorgenommen, 100 Millionen an Kosten gegenüber der Planung einzusparen, das haben wir umgesetzt. Wir haben das tatsächlich erreicht“, erklärte Dräger. Jetzt gehe es wieder darum, kräftig zu wachsen. „Wir haben uns zwei bis fünf Prozent währungsbereinigtes Umsatzwachstum für 2018 vorgenommen.“ Auch die Zahl der Mitarbeiter steigt wieder. „Wir liegen derzeit bei 13 739 Mitarbeitern. 2017 haben wir etwa 480 neue eingestellt, die Hälfte davon im Bereich Service, aber auch im Vertrieb und bei Software-Entwicklern.“ In Lübeck stieg die Zahl wieder von 4800 (Ende 2016) auf 4925. „Wir würden noch mehr Software-Entwickler einstellen, wenn wir welche bekämen“, so Dräger. Zurzeit gebe es 40 offene Stellen.

Aufgrund der guten Entwicklung hebt Dräger die Dividende an und schlägt eine Ausschüttung je Vorzugsaktie von 0,46 Euro (2016: 0,19 Euro) und 0,40 Euro je Stammaktie (0,13 Euro) vor. „Für uns gehört sich das einfach, dass es in normaleren Zeiten wieder etwas mehr Dividende gibt. Wir bedanken uns bei allen Aktionären, dass sie die Dividendenpolitik in den vergangenen Jahren mitgetragen haben.“

Christian Risch 

Wichtige Kennzahlen

Der Umsatz wuchs 2017 gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 2,572 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 155,7 Millionen Euro (2016: 136,9). Die Ebit-Marge lag bei 6,1 Prozent (5,4 Prozent). Der Jahresüberschuss betrug 98,5 Millionen Euro (2016: 81,7 Millionen Euro).

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