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Wirtschaft im Norden Drei-Punkte-Plan für die A 20
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22:14 19.10.2017
Das abgesackte Autobahnteilstück der A 20 bei Tribsees (Mecklenburg-Vorpommern) wird von Fachleuten begutachtet. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Die Abgeordneten hatten das Thema auf Antrag von SPD und CDU kurzfristig auf die Tagesordnung genommen. An erster Stelle steht Pegel zufolge die schnellstmögliche Instandsetzung der Fahrbahn – eine mehrjährige Aufgabe, sagte er. Noch sei nicht bekannt, wie lang die Strecke sei, die repariert werden müsse.

Zweitens sei zu prüfen, ob eine Behelfsbrücke errichtet werden könne. Die Baugrunduntersuchungen mit Bohrungen hätten begonnen. Wenn ein Provisorium möglich sei, würde dies dennoch bedeuten, dass pro Richtung nur eine Fahrbahn mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden könnte. Der dritte Punkt sei die Optimierung der Umleitungsstrecke. Deren Länge könne halbiert werden, sobald die Bauarbeiten auf der Landesstraße bei Bad Sülze abgeschlossen seien. Das könne bereits Anfang November der Fall sein, stellte der Minister in Aussicht. Die Strecke sei aber sehr schmal. Wenn die A 20 auch noch in Richtung Stettin gesperrt werden müsse, wäre die Umleitung für zwei Fahrtrichtungen zu eng.

Der Vorschlag von Gemeinden, eine alte Baustellenzufahrt wieder zu nutzen, werde ebenfalls geprüft, sagte Pegel. Allerdings seien die Betongründungen zurückgebaut worden. Es gebe große Bedenken, ob die stark beschädigten Betonteile eine Behelfsstraße tragen könnten.

Die Autobahn-Projektgesellschaft Deges hat sich unterdessen gegen Pfusch-Vorwürfe beim Bau der A 20 gewehrt. Das beim jetzt abgebrochenen Teilstück bei Tribsees verwendete Verfahren sei zwar neu gewesen, aber ausgiebig getestet und von den Behörden abgenommen worden, betonte Andreas Irngartinger, Bereichsleiter der Deges für Nordostdeutschland, im Gespräch mit der Ostsee-Zeitung. Um die A 20 über das Moor führen zu können, waren damals zahlreiche Löcher gebohrt und mit Zement und Sand verfüllt worden. Das Wasser zum Abbinden sollte die Masse aus dem feuchten Boden ziehen, so dass sich feste Säulen bilden. „Dieses Verfahren haben wir in einem Testfeld vor Ort geprüft, und auch während der Bauphase gingen die Tests weiter“, betonte Irngartinger. Diese hätten keine Beanstandungen ergeben.

Auch die Kritik, beim Bau der A 20 sei möglicherweise zu sehr gespart worden, sei unberechtigt, so Irngartinger: „Wir sind gehalten, sparsam zu bauen, das erwartet der Steuerzahler von uns.

Aber wir machen auf keinen Fall Abstriche bei Sicherheit und Qualität.“

Die Deges sei wie das zuständige Landesamt für Straßenbau MV daran interessiert, herauszufinden, wie es zu dem Schaden kommen konnte. „Aber nicht, um einen Schuldigen zu finden “, sagte Irngartinger. „Die Schuldfrage hilft wenig bei der Bewältigung der aktuellen Situation.“ Die zentrale Frage sei vielmehr, was der Abbruch für die restlichen 800 Meter der A 20, die auf diesen Trockenmörtelsäulen liegen, bedeute. Auch für künftige Projekte sei das wichtig. Derzeit werde das Verfahren jedoch bei keiner anderen Autobahn eingesetzt. „Dies ist aber kein Hinweis darauf, dass es nicht zuverlässig ist“, betonte Irngartinger.

Zudem sei noch gar nicht bewiesen, ob die Säulen der Grund für den Schaden seien, so der Bereichsleiter. Denkbar sei auch, dass es am Damm gelegen habe, der in den letzten Tagen immer weiter weggebrochen war und einen Teil der Fahrbahn mitriss.

IHK will schnelle Lösung

Ostern 2018 soll die Behelfsbrücke über das Loch in der A 20 fertig sein. Das forderte gestern die IHK Rostock. In einem Brief an Bundes- und Landespolitiker hieß es: „Mit der Sperrung der A 20 ist eine äußerst dramatische Situation entstanden.“ Betroffen seien Logistiker, Pendler, die Hinterlandanbindung der Häfen, Gewerbestandorte und Tourismusregionen. Spätestens bis zum Beginn der nächsten Urlaubssaison müsse daher die A 20 wieder befahrbar sein.

LN

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