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Dreitägiger Streik bei Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld

Berlin Dreitägiger Streik bei Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld

Ver.di macht im Streit um die Mitarbeiter-Bezahlung weiter Druck.

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Die Amazon-Mitarbeiter fordern 400 Euro mehr Gehalt.

Berlin. Im Kampf um einen Tarifvertrag beim Internetkonzern Amazon sind gestern in Bad Hersfeld und Leipzig rund 600 Beschäftigte in den Streik getreten. Es war der Auftakt eines dreitägigen Streiks, der auch als Vorwarnung für das Weihnachtsgeschäft gedacht ist. Allerdings zeigte sich die Gewerkschaft Ver.di in Bad Hersfeld unzufrieden mit der Mobilisierung der Mitarbeiter.

Ver.di fordert von Amazon eine Bezahlung, die dem Branchen-Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels entspricht. Das Amazon-Management lehnt Verhandlungen darüber ebenso wie eine Tarifbindung ab.

Das US-Unternehmen orientiert sich an der niedrigeren Bezahlung in der Logistikbranche.

Mit 3300 Mitarbeitern ist das hessische Bad Hersfeld der größte deutsche Amazon-Standort. Laut der dortigen Ver.di-Streikleiterin Mechthild Middeke beteiligten sich an den beiden Standorten in Bad Hersfeld je 200 Beschäftigte der Frühschicht an den Arbeitsniederlegungen. Auch in Leipzig streikten gut 200 Menschen. Middeke sagte, mit der Beteiligung sei sie zwar zufrieden. „Wir müssen aber kritisch feststellen, dass wir gegenüber den bisherigen Streiks die Anzahl der Streikenden nicht gesteigert haben. Wir registrieren, dass die Mehrheit der Beschäftigten weiter arbeiten geht.“ Als Grund für die stockende Zahl der Streikenden sieht Middeke nicht das jüngste Entgegenkommen von Amazon, das etwa im Juli nach langer Weigerung erstmals eine Zahlung von Weihnachtsgeld in Aussicht gestellt hatte. Vielmehr liege die Zurückhaltung daran, dass bei Amazon viele ehemalige Arbeitslose oder aus noch prekäreren Beschäftigungsverhältnissen kommende Mitarbeiter arbeiten, die noch schwerer zu Streiks zu motivieren seien. „Wir arbeiten daran, den Druck zu verstärken“, sagte Middeke. Sie mache aber ein Fragezeichen daran, ob der Druck schon groß genug sei, um Amazon zum Einlenken zu bewegen.

Hingegen sieht der Leipziger Ver.di-Verantwortliche Jörg Lauenroth- Mago Bewegung. Die Weihnachtsgeld-Ankündigung von Amazon zeige, „da passiert etwas“. Wenn das Unternehmen zu keinen Verhandlungen bereit sei, werde Ver.di weitere Streiks für die kommenden Wochen und Monate planen.

Zur möglichen Ansiedlung von Amazon in einem neuen Gewerbegebiet in Neumünster gibt es indes noch keinen neuen Stand. „Die Bauatbeiten auf dem 20 Hektar großen Gelände könnten 2014 aber losgehen, die Baustelle ist vorbereitet“, sagte Thorben Pries, Büroleiter von Neumünsters Oberbürgermeister Olaf Tauras.

LN

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