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E-Autos: Einfach zu Hause tanken

Lübeck E-Autos: Einfach zu Hause tanken

Das Netz von Ladestationen ist noch dünn — Privatleute schaffen Abhilfe auf ihren eigenen Grundstücken.

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Sie fahren schon seit 16 Jahren Elektroautos. Deshalb war für Christel und Peter Sörensen aus Ratekau klar: Wir brauchen unsere eigene E-Tankstelle auf dem Grundstück.

Lübeck. Kaum ein Autofahrer kann von sich behaupten, dass er eine eigene Tankstelle direkt auf dem Hof hat. Doch wenn Werner Hagel mit seinem Renault auf den heimischen Parkplatz nahe Stockelsdorf (Ostholstein) rollt, dann heißt es erst einmal: Auftanken. Mit einer Karte aktiviert er das Terminal, mit dem er das Fahrzeug über ein langes Kabel verbunden hat. „In einer Stunde sind schon wieder 80 Prozent der Batterie aufgeladen“, sagt Hagel. Mit einer vollständigen Ladung könne man je nach Fahrstil rund 150 Kilometer fahren.

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Das Netz von Ladestationen ist noch dünn — Privatleute schaffen Abhilfe auf ihren eigenen Grundstücken.

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22 Kilowattstunden benötigt der Wagen, die er direkt aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach bekommt. „Da bietet es sich einfach an, den produzierten Strom zu verfahren“, sagt der 64-Jährige, der die Tankstelle gleich nach der Bestellung seines E-Mobils installieren ließ. Kostenpunkt: Rund 1500 Euro.

Damit hat er zwei Vorteile: Statt einmal die Woche für rund 50 Euro Kraftstoff zu tanken, schafft das Sonnenlicht nun kostenfrei die Antriebsenergie für seinen Wagen. Und er hat auf jeden Fall einen Ladepunkt sicher, denn die sind — inbesondere in den ländlichen Gebieten — bisher noch dünn gesät.

Insgesamt hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zum Ende des vergangenen Jahres 55 öffentliche Stromtankstellen für Elektro-Autos in Schleswig-Holstein gezählt — das entspricht drei Ladepunkten je 1000 Quadratkilometern. Mit dieser Zahl landet das nördlichste Bundesland zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen- Anhalt im Bundesvergleich auf dem vorletzten Platz — obwohl die Anzahl der angemeldeten Elektro-Autos kontinuierlich steigt: Nach Angaben des Kraftfahrbundesamts waren im vergangenen Jahr 500 E-Fahrzeuge in Schleswig-Holstein gemeldet; im Februar dieses Jahres waren es bereits über 1200. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die Fahrzeuge inzwischen günstiger werden. Selbst die Edelmarke Tesla hat nun angekündigt, Ende 2017 ein preiswerteres Modell für rund 30000 Euro auf den Markt zu bringen.

Doch der BDEW kritisiert: Der Ausbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland verliere aktuell an Dynamik. „Die Europäische Union empfiehlt ein Verhältnis von öffentlich zugänglichen Ladepunkten und Fahrzeugen von eins zu zehn“, sagt Hauptgeschäftsführer Martin Weyand. „Dieser Wert wird hier aktuell noch nicht erreicht.“ Das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Elektroautos deutlich zu steigern, werde nicht ohne den weiteren Aufbau einer öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur gelingen.

Das sehen auch Christel und Peter Sörensen aus Ratekau (Ostholstein) so. Seit 2000 sind sie bereits elektrisch mobil und haben ebenfalls Ladepunkte auf dem Hof — aber wenn sie weiter wegfahren wollen, müssen sie die Reise wegen der geringeren Reichweite ihres Wagens gut planen. „Gerade die Schnellladesäulen sind dünn gesät“, sagt Christel Sörensen. Und selbst wenn laut Internet-Karte eine E-Tankstelle in der Nähe ist, heißt das noch nicht, dass sie da auch tatsächlich Strom bekommen. „Es gibt fünf verschiedene Stecker und viele Tankstellen bedienen, nur einen Typ“, sagt die E-Mobilistin. „Die Adapter kosten mehrere hundert Euro.“ Dazu kommt: Für viele E-Tankstellen benötigt man je nach Anbieter verschiedene Freischaltekarten oder muss eine SMS zur Aktivierung verschicken. „Manche Tankstellen sind auch nicht mehr aktuell, sind kaputt oder haben nicht geöffnet — das ist dann natürlich schwierig“, sagt Peter Sörensen.

Derzeit sind es in Schleswig-Holstein vor allem Autohäuser oder Stromkonzerne, die Ladestationen anbieten. Auch wenn im aktuellen Bericht der deutsch-dänischen Verkehrskommission steht, dass vor allem die Autobahnen 1 und 7 mit Stromtankstellen ausgestattet werden sollen, seien diese Pläne aber noch nicht weiter ausgereift, wie es aus dem Wirtschaftsministerium heißt. Bisher gibt es an der Raststätte Buddikate an der A 1 nur eine Schnellladesäule von „Tank und Rast“. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben jedoch, bis Ende 2017 an 13 weiteren Raststätten in Schleswig-Holstein Stationen einzurichten.

„Der Ausbau darf nicht weiter blockiert werden“, verlangt Christel Sörensen. „Denn was bringt das beste Elektroauto, wenn man es nicht aufladen kann?“

Privilegien für E-Autos

Halter von E-Autos können seit Juni vergangenen Jahres ein Kennzeichen mit einem „E“ am Ende beantragen. Damit genießen sie in einigen Städten Privilegien — zum Beispiel dürfen sie die Busspur benutzen oder kostenfrei auf öffentlichen Parkplätzen und Wegen parken. Letzteres ist beispielsweise in Hamburg möglich.

Außerdem sind Elektroautos derzeit in den ersten fünf Jahren von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. In den darauf folgenden Jahren ermäßigt sich die zu zahlende Kfz-Steuer um 50 Prozent.

Von Lena Modrow

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